Die Seen der Philippinen – Naturwunder zwischen Bergen und Vulkanen

Lake Apo – Der stille Kratersee im Hochland von Bukidnon

Wer sich mit den landschaftlichen Höhepunkten der philippinischen Provinz Bukidnon beschäftigt, stößt früher oder später auf den Lake Apo. Trotz seines Namens besteht keinerlei Verbindung zum berühmten Mount Apo auf Mindanao. Der kleine Bergsee liegt vollständig in der Provinz Bukidnon und gehört zu den reizvollsten Naturzielen des zentralen Hochlandes von Mindanao. Fernab der großen Touristenströme bietet er eine ruhige Atmosphäre, beeindruckende Landschaften und interessante Einblicke in die Kultur der dort lebenden indigenen Gemeinschaften.

Lage

Lake Apo befindet sich im Barangay Guinoyoran der Gemeinde Valencia City in der Provinz Bukidnon auf einer Höhe von rund 640 Metern über dem Meeresspiegel. Der See liegt eingebettet zwischen sanften Hügeln und bewaldeten Bergrücken, etwa 15 bis 20 Kilometer südwestlich des Stadtzentrums von Valencia.


Bildnachweis: THE RESTHOUSE – Lake Apo Nature Park

Die Anfahrt erfolgt über asphaltierte Straßen und die letzten Kilometer über schmalere Bergstraßen. Bereits unterwegs eröffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf die hügelige Landschaft Bukidnons mit ihren weitläufigen Mais- und Zuckerrohrfeldern.

Kein Zusammenhang mit dem Mount Apo

Immer wieder entsteht Verwirrung durch den Namen des Sees.

Lake Apo hat keinerlei geographische Verbindung zum Mount Apo, dem höchsten Berg der Philippinen. Während sich der Mount Apo an der Grenze zwischen Davao del Sur und Cotabato befindet, liegt Lake Apo weit nördlich davon in Bukidnon.

Der Name „Apo“ stammt vermutlich aus lokalen indigenen Sprachtraditionen und bedeutet in verschiedenen philippinischen Sprachen so viel wie „Ältester“, „Großvater“ oder „respektierte Persönlichkeit“. Der Begriff findet sich deshalb an mehreren Orten der Philippinen.

Entstehung des Sees

Lake Apo entstand vermutlich durch vulkanische Aktivität in längst vergangenen Erdzeitaltern. Anders als der aktive Mount Apo existieren in Bukidnon zahlreiche erloschene vulkanische Strukturen.

Die heute etwa 24 Hektar große Wasserfläche füllt vermutlich einen alten Maar- oder Kraterkessel, der sich nach vulkanischen Explosionen mit Wasser füllte. Die umliegenden Hügel und die geologische Beschaffenheit der Region unterstützen diese Annahme.

Der See besitzt klares Süßwasser und wird überwiegend durch Quellen und Niederschläge gespeist.

Landschaft

Gerade die landschaftliche Ruhe macht den besonderen Reiz des Lake Apo aus.


Bildnachweis: Growing a Three-Day Moustache at Lake Apo | Bukidnon - Nomadic Experiences

Der See ist vollständig von grünen Hügeln umgeben. Große Teile der Ufer sind bewaldet oder mit Grasflächen bedeckt. An manchen Stellen reichen Bäume bis direkt an das Wasser.

Frühmorgens liegt häufig Nebel über der Wasseroberfläche, während sich die umliegenden Hügel langsam aus dem Dunst erheben. Bei Windstille spiegeln sich Himmel und Vegetation nahezu perfekt im ruhigen Wasser.

Diese friedliche Atmosphäre unterscheidet Lake Apo deutlich von den stärker touristisch erschlossenen Seen der Philippinen.

Flora und Fauna

Die Umgebung beherbergt zahlreiche Vogelarten, Schmetterlinge und kleinere Säugetiere. Im Wasser leben verschiedene Süßwasserfische, darunter Tilapia, die sowohl für die lokale Fischerei als auch für schwimmende Fischkäfige genutzt werden.

Die Wälder rund um den See bieten Lebensraum für zahlreiche heimische Pflanzenarten des Hochlandes von Bukidnon.

Besonders Naturfreunde genießen die ruhige Umgebung, in der Vogelstimmen oft das einzige Geräusch darstellen.

Die indigene Kultur

Die Region gehört zum traditionellen Siedlungsgebiet verschiedener indigener Gruppen Bukidnons, insbesondere der Manobo.


Bildnachweis: Facebook - Philippine Star

Für viele Angehörige dieser Gemeinschaften besitzt der See bis heute kulturelle Bedeutung. Über Generationen wurden Geschichten und Legenden über seine Entstehung weitergegeben.

Nach lokalen Überlieferungen entstand der See durch ein außergewöhnliches Ereignis, bei dem eine ganze Siedlung im Boden versank. Solche Erzählungen finden sich in ähnlicher Form auch an anderen philippinischen Seen und spiegeln den tiefen Respekt wider, den viele indigene Gemeinschaften ihrer natürlichen Umwelt entgegenbringen.

Freizeitmöglichkeiten

Lake Apo eignet sich hervorragend für Besucher, die Natur und Ruhe suchen.


Bildnachweis: https://trekero.blogspot.com/

Beliebte Aktivitäten sind:

  • Spaziergänge entlang des Ufers
  • Bootsfahrten mit kleinen Ruderbooten oder Bambusflößen
  • Picknick am See
  • Vogelbeobachtung
  • Naturfotografie
  • Landschaftsaufnahmen
  • Entspannung fernab größerer Touristenzentren

Motorisierte Wassersportarten spielen hier praktisch keine Rolle, wodurch die ruhige Atmosphäre erhalten bleibt.

Aussichtspunkte

Mehrere kleine Aussichtspunkte oberhalb des Sees ermöglichen schöne Panoramablicke über die gesamte Wasserfläche.

Von dort erkennt man besonders gut die nahezu kreisförmige Form des Sees und seine Einbettung in die hügelige Landschaft Bukidnons.

Vor allem in den frühen Morgenstunden sowie kurz vor Sonnenuntergang entstehen stimmungsvolle Lichtverhältnisse.

Ein interessantes Detail: Floating Cottages

Zeitweise gab es auf Lake Apo schwimmende Bambusplattformen und kleine Floating Cottages, auf denen Besucher entspannen oder picknicken konnten.


Bildnachweis: http://tarakahitsaan.com/

Je nach Wasserstand, Wetterereignissen oder Renovierungsarbeiten kann sich deren Zahl jedoch verändern. Die touristische Infrastruktur bleibt insgesamt bewusst einfach und naturnah.

Umwelt- und Naturschutz

Die Bewohner der umliegenden Barangays engagieren sich zunehmend für den Schutz des Sees.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei:

  • der Wasserqualität,
  • der Kontrolle von Fischkäfigen,
  • der Müllvermeidung,
  • dem Schutz der umliegenden Wälder,
  • nachhaltigem Tourismus.

Da Lake Apo vergleichsweise klein ist, reagieren Wasserqualität und Ökosystem empfindlich auf menschliche Eingriffe.

Beste Reisezeit

Die angenehmsten Bedingungen herrschen während der Trockenzeit von etwa Dezember bis Mai.

In den Morgenstunden präsentiert sich der See oft besonders ruhig und klar. Während der Regenzeit können Nebel, Wolken und kurze kräftige Regenschauer zwar häufiger auftreten, verleihen der Landschaft aber gleichzeitig eine besonders mystische Stimmung.

Tipps für Besucher

Wer Lake Apo besucht, sollte ausreichend Zeit mitbringen und den See nicht nur als kurzen Fotostopp betrachten.

Empfehlenswert sind:

  • frühzeitige Anreise am Morgen,
  • festes Schuhwerk für kleine Spaziergänge,
  • Sonnenschutz,
  • Trinkwasser,
  • respektvoller Umgang mit Natur und den indigenen Gemeinschaften,
  • Mitnahme des eigenen Mülls.

Da es sich nicht um ein großes Touristenzentrum handelt, ist das gastronomische Angebot begrenzt. Kleinere lokale Verkaufsstände sind jedoch häufig vorhanden.

Ein lohnendes Ziel für Naturfreunde

Lake Apo zählt sicherlich nicht zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Philippinen – genau darin liegt jedoch sein besonderer Reiz. Statt großer Resorts, lauter Freizeitangebote oder dichter Besucherströme erwartet den Reisenden eine ruhige Hochlandlandschaft, in der Natur, Kultur und Erholung harmonisch miteinander verbunden sind.


Bildnachweis: The Serenity of Lake Apo

Gerade wer Bukidnon mit dem Mietwagen erkundet oder die weniger bekannten Regionen Mindanaos entdecken möchte, findet hier einen Ort, an dem sich die stille Schönheit des philippinischen Hochlands besonders eindrucksvoll erleben lässt. Lake Apo zeigt, dass nicht nur spektakuläre Vulkane oder berühmte Strände unvergessliche Reiseziele sein können, sondern auch ein kleiner, friedlicher Bergsee, der seine Besucher mit Gelassenheit, landschaftlicher Schönheit und authentischer Provinzatmosphäre empfängt.

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