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Kaum jemand verbindet das Land spontan mit Cowboys, weiten Weideflächen und Reitern, die auf kleinen, kräftigen Pferden durch eine grüne Berglandschaft ziehen.
Doch im Hochland der Provinz Bukidnon auf der Insel Mindanao gehört genau dieses Bild seit vielen Generationen zum Alltag. Besonders rund um die Gemeinde Impasug-on und auf der bekannten Communal Ranch ist die Pferdekultur ein sichtbarer Bestandteil des ländlichen Lebens. Hier erinnern die weiten Grasflächen, die sanften Hügel und die Reiter mit ihren Hüten manchmal eher an Landschaften in Amerika oder Australien als an die tropischen Philippinen.
Bildnachweis: Travel ni Zhang
Die Cowboys von Bukidnon sind allerdings keine bloße Touristenattraktion. Hinter dem Bild der Reiter steckt eine lange Tradition der Viehzucht, der Landwirtschaft und des Lebens in einer abgelegenen Bergregion.
Bukidnon – das Hochland im Herzen von Mindanao
Bukidnon liegt im Zentrum der Insel Mindanao und ist eine der größten landwirtschaftlich geprägten Provinzen der Philippinen. Der Name „Bukidnon“ wird häufig mit „Menschen der Berge“ oder „Menschen aus dem Hochland“ in Verbindung gebracht.
Anders als die heißen Küstenregionen besitzt Bukidnon ein deutlich kühleres Klima. Viele Gebiete liegen mehrere hundert Meter über dem Meeresspiegel. Die Landschaft wird von Bergen, Hügeln, großen Weideflächen, Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Ebenen geprägt.
Die Provinz ist bekannt für ihre riesigen Anbauflächen. Ananas, Zuckerrohr, Mais, Reis, Gemüse und andere landwirtschaftliche Produkte spielen eine wichtige Rolle. Gleichzeitig gibt es in Bukidnon eine lange Tradition der Rinderhaltung.
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Wo große Weideflächen und Viehherden vorhanden waren, waren Pferde über viele Jahrzehnte ein wichtiges Transport- und Arbeitsmittel. Auch wenn Motorräder, Pick-ups und moderne landwirtschaftliche Maschinen heute vieles verändert haben, sind Pferde in manchen ländlichen Gebieten noch immer Teil des täglichen Lebens.
Die Communal Ranch in Impasug-on
Die Communal Ranch liegt in der Gemeinde Impasug-on im Norden der Provinz Bukidnon. Sie ist eine der bekanntesten Landschaften der Region und wird häufig als eine der schönsten Ranchlandschaften der Philippinen bezeichnet.
Die weitläufigen, offenen Grasflächen erstrecken sich über sanfte Hügel. Einzelne Bäume, kleine Waldgebiete und die bergige Umgebung prägen das Landschaftsbild. Bei gutem Wetter reicht der Blick weit über die grünen Weiden.
Der Name „Communal Ranch“ weist bereits auf die ursprüngliche Bedeutung des Gebietes hin. Die Weideflächen wurden gemeinschaftlich genutzt und dienten vor allem der Viehhaltung. Rinder konnten hier auf großen offenen Flächen weiden. Die Ranch war damit nicht nur eine schöne Landschaft, sondern ein wichtiger Teil der lokalen Landwirtschaft.
Auch heute sind auf dem Gelände noch Rinder und Pferde zu sehen. Die Ranch hat sich jedoch im Laufe der Zeit zusätzlich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Besucher kommen wegen der Landschaft, der weiten Aussicht und der Möglichkeit, das Leben der Cowboys von Bukidnon zumindest für einige Stunden kennenzulernen.
Besonders am frühen Morgen oder am späten Nachmittag zeigt sich die Ranch oft von ihrer schönsten Seite. Dann liegt ein weiches Licht über den Hügeln, und die Landschaft wirkt ruhig und fast endlos.
Die Cowboys von Bukidnon
Die Reiter von Bukidnon werden häufig als „Cowboys“ bezeichnet. Der Begriff ist zwar stark von amerikanischen Vorstellungen geprägt, beschreibt aber durchaus eine echte regionale Tradition.
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Die Cowboys kümmern sich um Rinder, überwachen die Weideflächen und bewegen sich mit ihren Pferden durch das teilweise unwegsame Gelände. Pferde ermöglichen es, große Flächen schneller zu erreichen als zu Fuß. Sie sind besonders dort praktisch, wo es nur schmale Wege gibt oder wo die Landschaft für größere Fahrzeuge schwierig zu befahren ist.
Typisch sind Cowboyhüte, lange Hosen, Stiefel oder feste Schuhe. Das Erscheinungsbild erinnert an den amerikanischen Westen, hat sich jedoch unter den besonderen Bedingungen des philippinischen Hochlandes entwickelt.
Die Pferde sind meist deutlich kleiner als viele europäische oder amerikanische Reitpferde. Sie sind jedoch robust, trittsicher und an die Landschaft angepasst. Ihre geringe Größe bedeutet nicht, dass sie schwach sind. Viele dieser Tiere können über lange Strecken arbeiten und auch schwere Lasten tragen.
Für die Cowboys sind die Pferde nicht nur Freizeit- oder Sporttiere. Sie sind Arbeitspartner und gehören zum Alltag.
Kleine Pferde als Transportmittel der Kleinbauern
Die Pferdekultur von Bukidnon beschränkt sich nicht auf die großen Weideflächen der Communal Ranch.
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Besonders in abgelegenen Gebieten werden die kleinen Pferde auch von Kleinbauern eingesetzt. Sie transportieren landwirtschaftliche Erzeugnisse, Futtermittel, Werkzeuge und andere Güter zwischen den Feldern und den Wohngebieten.
In Regionen mit steilen Wegen oder schlechten Straßen kann ein Pferd praktischer sein als ein Fahrzeug. Ein kleines Pferd benötigt keine asphaltierte Straße, kann schmale Pfade benutzen und kommt auch über unebene oder schlammige Wege.
Früher waren Pferde in vielen ländlichen Gebieten der Philippinen ein wichtiges Verkehrsmittel. Mit dem Ausbau der Straßen und der zunehmenden Verbreitung von Motorrädern hat sich dies verändert. Dennoch gibt es in Bukidnon noch immer Familien, für die ein Pferd ein wertvoller Teil des landwirtschaftlichen Lebens ist.
Manchmal werden die Tiere mit einfachen Packvorrichtungen ausgestattet. Auf beiden Seiten des Pferdes können Körbe, Säcke oder andere Behälter befestigt werden. So lassen sich Ernten und Waren über längere Strecken transportieren.
Das Pferd ersetzt dabei nicht nur Muskelkraft. Es spart Zeit und ermöglicht es, größere Mengen zu bewegen, als eine Person allein tragen könnte.
Mit dem eigenen Pferd zur Schule
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Zu den besonderen Bildern, die man in den ländlichen Gebieten von Bukidnon beobachten kann, gehören auch Schüler, die mit einem eigenen kleinen Pferd zur Schule kommen.
Für Menschen aus Europa mag dies ungewöhnlich oder sogar romantisch wirken. In abgelegenen Gegenden ist es jedoch vor allem eine praktische Lösung.
Wenn der Schulweg mehrere Kilometer lang ist und über unbefestigte Wege führt, kann ein Pferd den täglichen Weg erheblich erleichtern. Das Tier wird in der Nähe der Schule angebunden oder an einem geeigneten Platz untergebracht, während der Schüler am Unterricht teilnimmt.
Nach Schulschluss geht es dann wieder zurück in das Heimatdorf oder auf die Farm.
Solche Bilder zeigen, dass Pferde in Bukidnon nicht nur zur Tradition gehören. Sie können auch heute noch eine praktische Funktion im täglichen Leben erfüllen.
Natürlich ist diese Art des Schulwegs nicht überall üblich. Sie ist vor allem in abgelegenen und landwirtschaftlich geprägten Gebieten anzutreffen. Doch sie verdeutlicht, wie eng Mensch, Tier und Landschaft miteinander verbunden sein können.
Reiter mitten in Malaybalay
Auch in der Provinzhauptstadt Malaybalay kann es gelegentlich passieren, dass man plötzlich Reitern begegnet.
Wer in einem Drive-through-Restaurant auf seine Bestellung wartet, rechnet normalerweise mit Autos, Motorrädern und vielleicht einem Tricycle. In Malaybalay kann es jedoch vorkommen, dass ein oder mehrere Reiter mit ihren Pferden durch den Drive-through-Bereich kommen.
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Solche Begegnungen sind ein ungewöhnlicher Kontrast zwischen moderner Stadt und traditionellem Landleben.
Auf der einen Seite stehen Schnellrestaurants, Autos und moderne Gebäude. Auf der anderen Seite sitzen Cowboys auf kleinen Pferden und bewegen sich ganz selbstverständlich durch die Stadt.
Für Besucher ist dies oft ein überraschender Anblick. Für viele Einwohner von Bukidnon gehört das Pferd jedoch weiterhin zum vertrauten Bild der Region.
Gerade solche Szenen zeigen, dass die Pferdekultur von Bukidnon nicht nur auf touristische Ranches beschränkt ist. Sie ist in manchen Bereichen noch immer Teil des normalen Lebens.
Pferde auch in anderen Provinzen
Die kleinen, kräftigen Pferde werden nicht nur in Bukidnon eingesetzt.
Auch in anderen Provinzen von Mindanao spielen sie eine Rolle als Transport- und Arbeitstiere. Ein Beispiel ist die angrenzende Provinz Misamis Oriental.
In ländlichen Gebieten, in denen die Straßen nicht überall gut ausgebaut sind, können Pferde weiterhin eine praktische Alternative zu motorisierten Fahrzeugen sein. Sie werden für Transporte genutzt und helfen bei der Arbeit auf Farmen.
Je nach Region unterscheiden sich die Aufgaben. Manche Pferde tragen landwirtschaftliche Produkte, andere transportieren Personen oder werden für kleinere Arbeiten eingesetzt.
Die Bedeutung der Pferde ist von Ort zu Ort unterschiedlich. Während sie in manchen Gebieten fast vollständig durch Motorräder und Fahrzeuge ersetzt wurden, sind sie in anderen Regionen weiterhin ein fester Bestandteil des ländlichen Alltags.
Die Pferde von Malasag bei Cagayan de Oro
Nicht weit von Bukidnon entfernt liegt die Stadt Cagayan de Oro. Im bergigen Gebiet von Malasag, Barangay Cugman, befindet sich die Pelaez Farm.
Auch dort waren und sind Pferde Teil des Landschaftsbildes. Die Farm liegt in einer grünen, erhöhten Umgebung und befindet sich in einer Region, die bereits den Übergang von der Küstenstadt Cagayan de Oro zum bergigen Hinterland erkennen lässt.
Ich selbst habe mehr als 40 Jahre in der Nähe dieser Ranch gelebt. Dadurch hatte ich über viele Jahrzehnte Gelegenheit, die Entwicklung der Gegend mitzuerleben.
Auch dort gab es oder gibt es noch Cowboys auf ihren Pferden. Für Außenstehende wirken solche Reiter manchmal wie eine Erinnerung an eine längst vergangene Zeit. Wer jedoch über viele Jahre in der Region gelebt hat, weiß, dass Pferde und Reiter hier über lange Zeit zum normalen Bild gehörten.
Die Cowboys waren nicht nur Teil einer touristischen Kulisse. Sie gehörten zum Leben auf den Farmen und in den ländlichen Gebieten rund um Cagayan de Oro.
Gerade die persönliche Erinnerung macht deutlich, dass die Pferdekultur von Mindanao nicht allein aus alten Fotos oder touristischen Werbebroschüren besteht. Sie war über Jahrzehnte hinweg sichtbar und ist in einigen Regionen bis heute vorhanden.
Die Communal Ranch als Reiseziel
Heute wird die Communal Ranch auch von Touristen besucht. Viele Reisende kommen aus Cagayan de Oro, Malaybalay oder anderen Teilen von Mindanao.
Die Landschaft bietet zahlreiche Fotomotive. Die Kombination aus grünen Hügeln, offenen Weideflächen, Rindern, Pferden und den Reitern erzeugt eine Atmosphäre, die man in anderen Teilen der Philippinen nur selten findet.
Je nach aktuellem Angebot können Besucher auf der Ranch auch reiten oder sich für Fotos auf ein Pferd setzen. Teilweise werden Cowboyhüte vermietet. Die genauen Angebote, Gebühren und Öffnungszeiten können sich jedoch ändern und sollten vor einer Reise direkt bei den zuständigen Stellen oder örtlichen Anbietern erfragt werden.
Aktuelle Reiseberichte nennen unterschiedliche Eintritts- beziehungsweise Umweltgebühren sowie zusätzliche Kosten für Reiten und weitere Angebote. Die Angaben können je nach Saison und Entwicklung des Tourismus variieren.
Wie besucht man die Communal Ranch?
Die Communal Ranch befindet sich in der Gemeinde Impasug-on in Bukidnon.
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Die meisten Besucher erreichen die Region über Cagayan de Oro oder Malaybalay.
Von Cagayan de Oro führt der National Highway zunächst in Richtung Bukidnon. Die Fahrt geht über die bergige Strecke nach Malaybalay und weiter in Richtung Impasug-on. Je nach Verkehr, Wetter und Ausgangspunkt kann die Fahrt mehrere Stunden dauern.
Wer mit einem eigenen Auto unterwegs ist, hat die größte Flexibilität. Die Straßen in der Region sind zwar grundsätzlich gut ausgebaut, doch die letzten Abschnitte zur Ranch können je nach Route und Wetterverhältnissen anspruchsvoller sein.
Besucher ohne eigenes Fahrzeug können zunächst mit einem Bus oder Van nach Malaybalay oder Impasug-on fahren. Von dort ist häufig ein lokaler Transport erforderlich. Je nach Verfügbarkeit kommen Motorradtaxis, Habal-Habal-Fahrer oder vorab organisierte Fahrzeuge infrage.
Da die Ranch nicht direkt an einem großen Verkehrsknotenpunkt liegt, ist es sinnvoll, die Rückfahrt vorher zu planen. Wer mit einem Habal-Habal oder einem privaten Fahrer anreist, sollte möglichst vereinbaren, dass der Fahrer wartet oder zu einer bestimmten Uhrzeit wiederkommt.
Für Besucher, die zum ersten Mal in Bukidnon unterwegs sind, kann auch eine organisierte Tagestour oder ein lokaler Fahrer sinnvoll sein. Häufig wird die Communal Ranch mit anderen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung kombiniert. Dazu können Aussichtspunkte, Wasserfälle oder weitere Ziele im Hochland gehören. Reiseberichte nennen die Ranch regelmäßig als Bestandteil mehrtägiger Bukidnon-Routen.
Tipps für einen Besuch
Die Ranch sollte möglichst früh am Morgen besucht werden. Dann ist es meist noch angenehm kühl, und das Licht eignet sich gut für Fotos.
Da sich das Wetter im Hochland schnell ändern kann, sind eine leichte Regenjacke und wetterfeste Kleidung empfehlenswert. Auch wenn die Philippinen ein tropisches Land sind, kann es in den höher gelegenen Gebieten von Bukidnon deutlich kühler sein als an der Küste.
Festes Schuhwerk ist sinnvoll, da die Besucher über Grasflächen und teilweise unebenen Boden gehen.
Wer reiten möchte, sollte sich vorher nach den aktuellen Möglichkeiten erkundigen. Die Pferde werden häufig für kurze touristische Runden eingesetzt. Es handelt sich nicht unbedingt um lange Reitausflüge.
Bei einem Besuch sollte außerdem berücksichtigt werden, dass die Communal Ranch weiterhin eine landwirtschaftlich geprägte Landschaft ist. Rinder und Pferde sind keine Dekoration. Besucher sollten ausreichend Abstand halten und die Anweisungen der örtlichen Betreuer beachten.
Ein Stück lebendige Geschichte
Bildnachweis: https://philstarlife.com/
Die Cowboys von Bukidnon sind mehr als ein interessantes Fotomotiv.
Sie stehen für eine Lebensweise, die eng mit der Landwirtschaft, der Viehzucht und der Landschaft des Hochlandes verbunden ist. Die kleinen Pferde sind nicht nur Teil einer romantischen Vorstellung vom Landleben. Sie wurden und werden als Transportmittel und Arbeitstiere eingesetzt.
Auf den großen Weideflächen der Communal Ranch erinnern die Reiter an die Zeit, als Pferde für die Viehhaltung unverzichtbar waren.
In abgelegenen Dörfern helfen die Tiere noch heute beim Transport landwirtschaftlicher Produkte. Manche Schüler nutzen ein Pferd für den Weg zur Schule. Und selbst in Malaybalay kann es passieren, dass plötzlich ein Reiter durch den Drive-through eines modernen Restaurants kommt.
Die Pferde von Bukidnon verbinden Vergangenheit und Gegenwart.
Sie gehören zu einer Region, in der moderne Städte, große landwirtschaftliche Betriebe, traditionelle Kleinbauern und alte Formen des Transports noch immer nebeneinander bestehen.
Für Besucher ist die Communal Ranch eine außergewöhnliche Landschaft und ein interessantes Reiseziel.
Für die Menschen von Bukidnon ist sie zugleich ein Teil ihrer Geschichte, ihrer Landwirtschaft und ihrer regionalen Identität.
Und für jemanden, der mehr als 40 Jahre in der Nähe der Pferde- und Ranchlandschaft von Malasag bei Cagayan de Oro gelebt hat, sind die Cowboys von Mindanao nicht nur ein touristisches Motiv, sondern eine persönliche Erinnerung an eine Zeit und eine Lebensweise, die in Teilen der Region bis heute weiterlebt.









