Canola oil (Rapsöl) als Alternative zu Palm oil

Auf den Philippinen wird meiner Erfahrung nach ganz überwiegend mit Palm oil gekocht. Es ist billig und überall verfügbar. Wenn mal Not am Mann oder Frau ist, kann man es selbst vor Ort abgepackt in Plastikbeuteln in vielen Sari-Sari stores kaufen.

Das Problem mit Palm oil ist jedoch nicht nur, dass dessen Herstellung in der Regel nicht gerade umweltfreundlich ist, da für die Anlage der Plantagen oft Regenwald abgeholzt wird, sondern v.a. auch deswegen, weil es - aufgrund des über 50% Anteils an gesättigten Fettsäurenen - eines der ungesundesten Öle überhaupt ist.

Meines Erachtens trägt der hohe Konsum von Palm oil (zusammen mit der Präferenz für fettes Fleisch und hohem Zuckerkonsum) entscheiden mit dazu bei, dass Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes auf den Philippinen vergleichsweise weit verbreitet sind. Ich sehe das selbst im Kreise der eigenen Familie und natürlich bei den Beneficiaries meiner kleinen Charity.

Eine wesentlich gesündere und anders als z.B. Olivenöl vergleichsweise erschwingliche Alternative, die es zwar oft nicht im Sari-Sari store, wohl aber in den meisten supermarkets (SM, PureGold, OSave und selbst bei 7/11 oder AlphaMart) gibt, ist Rapsöl (hoher Anteil ungesättigter, z.T. mehrfach ungesättigter Fettsäuren aka „Omega-3“ und „Omega-6“), das auf den Philippinen zumeist unter der Bezeichnung Canola oil verkauft wird. Die Literflasche kostet nach meiner Erfahrung aktuell zwischen 140 und 200 Pesos und ist damit ca. ein Drittel bis die Hälfte teuerer als Palm oil (je nach Geschäft kann der Unterschied auch geringer sein).

Auf jeden Fall ist es - anders als Olivenöl, welches auf den Philippinen zudem oft (wenn man es denn überhaupt bekommt) von eher minderer Qualität und deutlich teurer ist.

Es ist aber natürlich gerade bei ärmeren Familien, bei denen es ggf. auch auf 50,- Pesos ankommt, vergleichsweise schwer, diese von einem „Umstieg“ zu überzeugen. Zudem bring es natürlich nur noch begrenzt etwas, auf das gesündere Öl umzusteigen, wennn das „Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“, sprich der Cholesterinspiegel und Blutdruck bereits durch die Decke gegangen ist und sich Herz- Kreislauferkrankungen abzeichnen. Die sich damit einstellenden Folgekosten, insbesondere in Form von Medikamenten, fressen den „Kostenvorteil“ für das vermeintlich billige Palm oil ganz schnell auf bzw. stellen ärmere Familien vor das Problem, dass sie sich die Medikamente (i.d.R. werden sog. Statine verordnet, die den LDC-Cholesterinspiegel senken sollen) gar nicht leisten können und somit z.B. mit einem signifikant höheren Herzinfarktrisiko leben.

Ich habe deshalb bei uns zu hause die klare Weisung gegeben, dass kein Palm oil mehr gekauft wird (außer es fehlt am Sonntagabend Öl zum kochen und man muss zum Sari-Sari store). - Ob das konsequent eingehalten wird, kann ich aus der Entfernung aber natürlich nicht überprüfen.

Ganz kann man das Palm oil sowieso nicht verhindern, da es sich auch in vielen verarbeiteten Lensmitteln wie etwa Gebäck wiederfindet und selbst Peanutbutter wird auf den Philippinen oft mit Palm oil gestreckt. - Und eine richtige Palm oil Bombe ist im Übrigen das allseits beliebte Nutella.

Für die philippinische Landwirtschaft ist es zudem weitgehend egal welches Öl man verwendet, da auch Palm oil ganz überwiegend importiert wird (Indonesien und Malaysia) während das Canola oil zumeist aus Canada kommt.

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Bei uns im Haushalt wird zum Braten und Fritieren Kokosöl benutzt.

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Ja Kokosöl nehme ich auch auf den Philippinen, wenn nicht vorhanden Conola Oil.
Aber der Rest des Clans bleibt beim Palmöl - ist halt billiger und was soll schon daran schädlich sein - Öl ist Öl meint man.
Und gesättigte Fettsäuren kommt im Sprachschatz nicht vor - damit kann ich sie nicht überzeugen.

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Kokosöl hat allerdings auch einen sehr hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren (nahezu ausschließlich), weshalb es für den LDC-Cholesterinspiegel auch nicht förderlich ist.

Im Augenblick wird Kokosöl gerade in der veganen Küche gehypt, weil es sich ähnlich verarbeiten läßt wie Butter und weil die im Vergleich zu Palmöl kürzeren Fettmolekühle schneller verstoffwechselt werden können und damit schneller Energie liefern.

Aus Ernährungssicht bleiben aber Fette mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren die bessere Wahl.

Coconut Oil and Cardiovascular Disease Risk - PMC.

Wir nehmen nur Canola, in Phils und in Deutschland.
Ich bin geradezu erschrocken, wie fett die Pinoys in den letzten Jahren geworden sind.
Und niemand findet etwas dabei.
Die Töchter der Nachbarin hier, leider jung an Krebs gestorben, um die 18-20 Jahre platzen beinahe.

Im Supermarkt wird fast nur noch „Dreck“ verkauft.
Aus billigsten Zutaten , Mehl, Palmöl, Tapioka, Süßstoffe, künstliche Aromen und Tartrazine zusammengerührtes Junkfood.
Begeistert gekauft in kleinsten Verpackungseinheiten, aber großen Mengen.

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Ja, aber jetzt müssten wir in die Tiefen der Lebensmittelkunde und der medizinischen Bedeutung von Stoffen der Lebensmittel eintauchen und das würde das Thema aber sprengen.

Ich habe mich für Kokosöl entschieden, da es im Gegensatz zum Palmöl einen wesentlich geringeren Anteil von Palmitinsäure aufweist, welche das LDL-Problem und somit auch die Anfälligkeit für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöht.
Kokosöl hat wohl viel mehr gesättigte Fettsäuren als Palmöl, allerdings ist der Hauptanteil hiervon Laurinsäure, welche leicht verdaulich ist und antimikrobielle Eigenschaften aufweist.

Gesättigte Fettsäuren werden ja auch weniger durch das Brat- oder Fritieröl aufgenommen, die hauptsächliche Quelle der Aufnahme sind ja immer noch Fleisch, Wurst sowie Butter und Käse - und darauf will ich wirklich nicht verzichten.

Wir sind vor einiger Zeit ebenfalls auf Canola umgestiegen. Macht sich im jährlichen health screening (LDL/HDL) auf jeden Fall bemerkbar

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Ich esse auch gerne Butter und auch mal Wurst, um so wichtiger erscheint mir persönlich dort die gesättigte Fettsäuren gering zu halten, wo es nichts ausmacht.

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Bei uns wird seit Jahren ausschliesslich Olivenöl, erste Pressung, in der Küche verwendet. Kompromisslos.

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Ja Pinoys und gesunde Ernährung ist ein frustrierendes Thema, und scheitert in der Praxis an Einsicht, aber auch an fehlender Kaufbereitschaft.
Aber ist doch auch in Deutschland ähnlich, dass das Bewusstsein für gesunde Ernährung mit Bildung und Einkommen korreliert - Man muss nur beobachten, was der durchschnittliche Kunde bei Aldi und Lidl so in seinem Wagen zur Kasse schleppt :laughing:

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Das mit dem Olivenöl ist aber auf den Philippinen, ganz abgesehen vom Preis, oft auch ein Bezugsquellenproblem. Und wie gesagt aufgrund des hohen Preises für die meisten Filipinos keine Option.

Was den Gesundheitsaspekt betrifft, ist Rapsöl genauso gut. Der Geschmacksaspekt ist natürlich wieder eine ganz andere Frage. Wir haben eine Flasche Olivenöl zu Weihnachten mit auf die Philippinen genommen. Den „deutschen“ Kartoffelsalat habe ich dann aber trotzdem mit dem vergleichsweise geschmacksneutralen Rapsöl zubereitet. :slight_smile:

Der Unterschied zu Deutschland besteht darin, dass das billige Öl bei Aldi oder Lidl auch Sonnenblumenöl und kein Palmöl ist.

Ich benutze verschiedene Öle, hauptsächlich Oliven und Rapsöl, kommt immer darauf an, was ich koche. Kartoffelsalat mit Olivenöl, nö, das muss nicht sein. Für Gemüsepfannen gerne auch mal Sesam oder Erdnussöl. Jedes Öl enthält unterschiedliche Omega Fettsäuren, durch die Vielfalt bekomme ich genug von allem ab.
Zum Backen nehme ich nur Butter, das muss einfach sein, allem anderen verweigere ich mich. Ausserdem gilt, die Dosis macht das Gift. Meine Cholesterinwerte sind alle top.

Kleine Eselsbrücke, um die beiden Cholesterinarten zu unterscheiden.
Das gute HDL ist das Hab Dich Lieb Cholesterin. LDL bedeutet Lass Dich Leiden.

Die Produkte der Lebensmittelindustrie enthalten viel schlechtes Fett, viel Zucker, viel Salz. Das fördert Bluthochdruck und Diabetes, die beiden Hauptursachen für Niereninsuffiziens mit vielen Folgeerkrankungen. Und das bei dem phil. Gesundheitssystem.
Die Gewinne werden wie üblich privatisiert, die Kosten sozialisiert. Sonst könnte sich die Industrie ja keine goldene Nase verdienen.

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Ist bei Kokosöl ja nicht anders. Überall wo jetzt ne Kokospalme steht war früher Wald (ausser in Meeresnähe).
Ob der Wald jetzt umgewemmst wird oder vor 50 Jahren ist ja egal

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Welchem Olivenöl kann man denn noch vertrauen?Wenn das schon weltweit ein Problem ist ,wird es gerade hier auf den Philippinen bei der geringen Auswahl nicht besser aussehen.Rapsöl ist da kaum verdächtig gefälscht bzw. gepanscht zu sein.Ich habe bisher hier Kokosöl verwendet in der Annahme es sei gesund.
Werde dann wohl ,nach Ansicht meiner und meiner Frau Cholesterinwerte,
auf Rapsöl umsteigen.
Wobei die Studienlage was gesund bzw. ungesund bezüglich Cholesterin ist teilweise sehr widersprüchlich ist.

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Woher das Canola Öl wirklich kommt, keine Ahnung. Aber wir verwenden das ausschliesslich!
Der Name Canola entstand in den 70.n in Kanada durch Um-Züchtung von Raps.

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Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass auch das Canola oil, das auf den Philippinen verkauft wird aus Kanada stammt. Kanada produziert etwa ein Drittel der globalen Produktion und exportiert in die ganze Welt.

Demgegenüber wird das in Europa produzierte Rapsöl ganz überwiegend auch in Europa verbraucht, insbesondere auch für die Produktion von Bio-Diesel.

Das Problem auf den Philippinen besteht ja gerade auch darin, dass die Kosten, anders als z.B. in Europa, gerade nicht - über ein funktionierendes Krankenversicherungssystem - „sozialisiert“ werden, sondern im Grunde jeder selber für die Folgekosten (Arzt/Medikamente) aufkommen muss.

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Geht mir auch so. Allerdings hat Canola oil praktisch genauso viele Kalorien wie Palm oil, ist also auch kein „Schlankmacher“. Kalorisch betrachtet ist Fett halt Fett… :slight_smile:

Das mit der Namensgebung ist interessant, wusste ich bisher nicht. :slight_smile: