Penang
Vom Anleger bis nach Penang waren es knapp 150 KM. Unser Fahrer benötigte für die Strecke ca. 2,5 Stunden. Ein Teil der Strecke verlief über die Autobahn. Die Autobahnen in Malaysia sind von brauchbarer Qualität. Die Fahrt war kurzweilig, der Fahrer (Chinese, selbständig mit mehreren Fahrern) erzählte viel über sich und das Land, die Politik, die Gesellschaft, besonders äußerte er sich über die Lage der chinesisch-stämmigen Bevölkerung Malaysias. Für die chinesischen Geschäftsleute aus der Volksrepublik hatte er keine sonderlich freundlichen Worte. Er meinte lapidar: “We like their money, but we don’t like them“.
Penang und die Hauptstadt des Bundesstaates Penang werden manchen Mitgliedern bekannt sein. Ein paar Infos können hier nachgelesen werden.
Ich war sehr häufig in Georgetown. Die Entwicklung der letzten 20 Jahre empfand ich aber als überwältigend (unser letzter Besuch war im Winter 2001/02). Früher war das Komtar Gebäude das höchste der Stadt, jetzt findet man auch außerhalb der Georgetowns viele hohe Gebäude, von der Distanz gesehen kann man mittlerweile durchaus von einer „Skyline“ sprechen.
Unser Fahrer brachte uns direkt zu unserem Hotel in der bekannten Chulia Street. Wir stiegen im „Swiss Hotel“ ab (heute Grand Swiss“). Während unseres Aufenthalts sollte sich herausstellen, dass der Name hier nicht Programm ist, bzw. die Hotelwahl ein Fehler war. Wir kannten das Hotel von früher. Eines der günstigen Unterkünfte aus den früheren Backpacker Zeiten. Aufgrund des mittlerweile aufgerufenen Preises und der großen Anzahl von Unterkünften in der Nähe hatten wir mit einer passablen Qualität gerechnet. Viele der alten Hotels sind mittlerweile komplett saniert.
Es machte sich der Hunger bemerkbar. In der Nähe unserer Unterkunft fanden wir einen Nasi Kandar Laden. Dort kann man sich verschiedene Sachen aussuchen.
Nach 5 Tagen Regenwaldaufenthalt war es an der Zeit, einen Teil unserer Klamotten zu waschen. Bislang hatte ich Wäsche zu einer Wäscherei gebracht oder im Hotel zum Waschen abgegeben. Hier waren wir erfolglos, mittlerweile dominieren in Penang Self Service Wäschereien. Eine solche war schnell gefunden. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten konnten wir nach einiger Warterei erfolgreich unsere saubere und getrocknete Wäsche ins Hotel bringen, die Wartezeit überbrückten wir teilweise in einem der vielen Coffee Shops in der Nähe.
Wir hatten für den Penang Besuch drei Tage angesetzt. Wir begonnen mit unserem Sightseeing Spaziergang im kolonialen Viertel entlang des alt-ehrwürdigen Eastern & Oriental Hotels (hier nächtigten schon Persönlichkeiten wie Somerset Maugham, Rudyard Kipling, Charlie Chaplin oder Hermann Hesse), weiter an älteren Verwaltungsgebäuden entlang (heute noch in Nutzung, z.B. die Penang Town Hall oder Dewan Bandaran Pulau Pinang) vorbei zum Watch Tower. Die Reste des Forts Cornwallis konnten wir leider nicht besichtigen, da wegen Renovierung geschlossen. Von der „Beach Road“ im kolonialen Viertel bogen wir Richtung Little India ab. Little India ist bunt und laut, aber so richtig.
Nicht weit von der Town Hall befindet sich die Promenade oder auch Esplanade. Hier beginnt auch der „Heritage Trail“. Bei der Promenade gibt es einen großen Food Market. Hier findet man eine schier unglaubliche Auswahl an Essbarem. Ein Bereich wird weitgehend von Malaien frequentiert, hier gibt es Halal Food (und kein Bier), daneben befindet sich die chinesische Abteilung, da bekam ich dann auch ein Bierchen, nachdem wir vorab bei einem freundlichen malaiischen Paar eine anständige Portion Sate gekauft hatten. Auch hier hat die digitale Welt Spuren hinterlassen, man bat uns, doch bitte eine positive Google Bewertung zu hinterlassen. Das Thema „Essen“ ist in Malaysia ohnehin ganz besonders. Für mich ist Malaysia das „Ess - Paradies“ überhaupt. Die Auswahl ist aufgrund der verschiedenen Ethnien riesig.
Das historische Teil Georgetowns gehört komplett zum UNESCO Weltkulturerbe, zu Recht meine ich. Bis heute dominieren chinesische Shop Houses. Chinesische oder indische Tempel, Kirchen und Moscheen befinden sich öfters in unmittelbarer Nachbarschaft.
Aufgrund des großen Anteils der Chinesen in Penang sind einige chinesische Tempel zu finden sowie mehrere „Clan Houses“. Hier sticht besonders Khoo Khongsi heraus. Die Clan Houses dienten in den Zeiten, in denen viele chinesische Migranten nach Penang kamen, als erste Anlaufstelle. Hier gab es erste Unterstützung durch die chinesische Community bzw. des Clans. Viele der eingewanderten Chinesen brachten es zu erheblichem Wohlstand, was auch durch die Ausstattung der Clan Häuser deutlich wird. Wir verbrachten viel Zeit in verschiedenen Tempeln und Clan Houses. Diese alle zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Die Fotos sprechen für sich.
In Malaysia ist Street Art seit einigen Jahren sehr beliebt. Neben Ipoh findet man auch in Georgetown einige interessante Kunstwerke, wenn auch manche schon so langsam verblassen.
Neben den Clan Houses und Tempeln in Georgetown besuchten wir den Kek Lok Si Tempel. Dieser Tempel gehört zu den Hauptattraktionen. Ich denke dass Mitglieder, die bereits Penag besucht haben, auch diesen Tempel aufgesucht haben. Per Grab fuhren wir nach Ayer Hitam, wo der Tempel liegt. Wir ließen uns unterhalb des Tempels absetzen und gönnten uns vorab ein Frühstück in einem der üblichen Food Courts. Für mich gab’s wie so oft Roti Canai und Kopi (Kaffee mit süßer Milch), meine Frau bevorzugte irgendetwas mir nicht Bekanntes. Gut gestärkt erklommen wir den Hügel. Viel war noch nicht los, die Massen sollten erst etwas später ankommen.
Nicht weit vom Tempel befindet sich der Penang Hill, eine weitere, viel besuchte Attraktion. Wir nahmen wieder ein Grab Fahrzeug und ließen uns für kleines Geld zur Lower Station fahren. Von hier geht es per Standseilbahn weiter. Die Bahn wurde 1923 eröffnet und 2010 komplett überholt. Meine Frau und ich waren recht überrascht, so modern hatten wir das ganze nicht in Erinnerung. Der Bereich vor dem Zustieg war bereits gut gefüllt. Das Ganze ist recht gut organisiert. Nach dem Ticketkauf mussten wir einige Zeit warten, bevor wir in die Bahn einsteigen konnten. Es gibt „Time Slots“, man kann sich also nicht einfach so in die Schlange stellen sondern muss schauen, wann die Reise für einen los geht.
Oben auf dem Hügel kann sich einiges ansehen, das Beste ist m.E. aber die Aussicht. Es gibt eine, leider recht überfüllte, Aussichtsplattform. Diese muss neueren Datums sein, diese kannte ich noch nicht. Dazu findet man auch einige gastronomische Angebote, ebenso mit grandioser Aussicht.
Ein besonderes Highlight war für uns aber „The Habitat“. Das gab es bei unsrem letzten Besuch noch nicht. Neben einem herrlichen Canopy Walkway und einfachen Wegen durch den Regenwald findet man auch eine mächtige Stahlkonstruktion vor, von welcher man verschiedene Ausblicke genießen kann. Den Canopy Walkway kann man durchaus als Lehrpfad bezeichnen, da man viele Erklärungen zu Flora und Fauna sowie zur Lebensraum Regenwald selbst findet.
Fortsetzung folgt.







































































































