Back to the roots, 5 Wochen Zeit, von Bangkok nach Singapore

Vorwort

Zum Anfang ein paar Infos, wie es zu dieser Reise kam. Meine Frau und ich haben uns 1996 in Thailand kennengelernt. Ich war knapp 1 ½ Jahre auf Rucksacktour in Südostasien. Meine Frau arbeitete damals in Thailand und war gerade auf dem Rückweg von Malaysia nach Bangkok (Visa Run). Wir heirateten 1999, haben es aber nicht geschafft, so etwas wie eine Hochzeitsreise zu machen. Berufsbedingt waren wir selten zusammen im Urlaub, auf den Philippinen waren wir in den ganzen Jahren gemeinsam nur ein Mal. Also beschlossen wir vor ein paar Jahren, die nie stattgefundene Hochzeitsreise nachzuholen. Die Route stand schnell fest: Von Bangkok nach Süden, durch Malaysia bis Singapore, von dort zurück nach Deutschland. Zeitrahmen: 5 Wochen (ja, wir arbeiten beide noch). Das Ganze sollte auch etwas „Back to the roots“ sein, also keine Luxusreise sondern eher wie „damals“. Wir wohnten in dem ein oder andere Hostel, auch in günstigen Hotels.

FRA – BKK

Emirates war für uns (Gabelflug) bzgl. Preis, Flug- und Ankunftszeiten die beste Option. Also starteten wir Mitte Dezember 24 von Frankfurt via Dubai nach Bangkok. Abflug aus FRA pünktlich, Maschine in Ordnung, Service OK, Landung in Dubai pünktlich. Der 4 Stunden Layover verlängerte sich auf 6, da der Flieger zu spät aus Bangkok losgeflogen war. Zumindest konnten wir auf Kosten der Airline etwas essen und trinken. Somit trafen wir verspätet in Bangkok ein. Die Einreise Prozedur war schnell erledigt. So etwas wie eine digitale Einreisekarte war zur Einreise per Flugzeug nicht erforderlich (dies hat sich mittlerweile geändert). Wir erledigten zuerst die üblichen Dinge wie Sim Karte organisieren und Geld tauschen. Um ein Taxi zu bekommen stellten wir uns in die passende Schlange, der uns dann zugewiesene Fahrer brachte uns ohne irgendwelche Diskussionen zu dem am Taxi-Meter angezeigten Preis nach Banglamphoo.

Kenner Bangkoks werden wissen, dass hier die bekannte Khao San Road liegt. Meine Frau und ich waren das letzte Mal 1999 zusammen in Bangkok, die Khao San Road kannten wir Beide. Meine Frau hatte in den 90ern in Luxus-Hotels gearbeitet und dort auch gewohnt. Um dieser klimatisierten Kunstwelt für ein/zwei Tage zu entkommen, hatte sie sich an freien Tagen öfters dorthin zurück gezogen. Wir waren beide gespannt, wie sich die Khao San Road in den ganzen Jahren verändert hatte.

In der Umgebung hatten wir unsere Unterkunft reserviert. Wir übernachteten im „Lamphoo House“, nicht direkt in der Khao San Road, sondern in einer Nebenstraße, in zweiter Reihe, also erheblich ruhiger als in manchen anderen Unterkünften. Nach Ankunft machten wir uns zügig auf, etwas essbares zu finden. Das ist bekanntermaßen in Thailand nicht sonderlich schwierig. Wir ließen jedoch die Tourimeile links liegen und fanden in der Nähe einige Foodstalls, wo hauptsächlich Thais saßen.

Wir hatten zwei Tage in Bangkok geplant. Meine Frau wollte einige befreundete Filipinas treffen, die sie aus ihrer Zeit in Bangkok kannte. Man war zwar in unregelmäßigem Kontakt über Social Media, letztmalig hatten sich die Damen aber vor 25 Jahren persönlich getroffen. Ich machte mich lieber alleine auf Richtung Sightseeing. Nach dem Frühstück (Reis, was sonst) fuhr meine Frau mit einem der Klong Boote zu dem Treffpunkt, wo sie Ihre Bekannten treffen wollte. Ich ging zum Pra Athit Pier und fuhr mit einem der Flussboote über den Chao Phraya zum Wat Pho, einer der bekanntesten Tempel Bangkoks. Der Wat Pho liegt nicht weit vom Königspalast, diesen ließ ich aus, da ich schon zweimal dort war. Der Wat Pho ist eine große Tempelanlage. Auch diesen hatte ich früher bereits besucht. Erinnerungen an Details waren allerdings kaum vorhanden.

Nachdem wir uns am vereinbarten Treffpunkt wieder getroffen haben, wanderten wir gemütlich zum Golden Mount, korrekt „Wat Saket“. Neben dem eigentlichen Tempel befindet sich ein künstlicher Hügel, auf dem oben eine goldene Chedi steht. Über 300 Stufen kletterten wir nach oben, man hat von dort einen schönen Blick auf die Umgebung.

Nach den Tempelbesuchen war etwas relaxen im Hostel angesagt, danach ging es auf Abendessenssuche. Zu Beginn erst mal ein Bummel durch die Khao San Road. Neben den üblichen Restaurants verschiedener Preisklassen findet man auch eher exotische Dinge wir frittierte (oder gebraten?) Skorpione oder Spinnen, Alligator usw. Der Alligator wird wohl eigentlich eher ein Krokodil sein, die Aufmachung wirkt eher wie ein Touristengag. Nichts für uns, in der Khao San war uns sowieso zu viel Trubel und Lärm, wir verzogen uns in eine der Seitenstraßen um in Ruhe etwas zu essen.

Den zweiten Tag wollten wir mit einem weiteren Tempelbesuch und einen Abstecher in das modernere Bangkok unternehmen. Mit dem Flussboot fuhren wir wieder zum Anleger des Wat Pho, dort konnten wir dann mit einer Fähre zum Wat Arun übersetzen. Der Wat Arun ist, wie auch der Wat Pho, ein königlicher Tempel erster Klasse. Für mich ist der Wat Arun eine der schönsten Tempelanlagen in Bangkok. Als wir ankamen war die Besucheranzahl noch überschaubar. Im Laufe des Vormittags wurde es langsam voller. Thais und auch manche Touristen liefen in traditioneller Kleidung und Begleitung eines Fotografen durch die Anlage. Anscheinend kann man das vor Ort buchen. Meine Frau konnte ich nicht überreden, das auch zu machen.

Am späten Vormittag wurde es so voll, dass wir das Weite suchten. Ich hatte in Deutschland vom Maha Nakhon Tower gelesen. Ich bin Freund moderner Architektur, von interessanten Hochhäusern sowieso.

Mit der Fähre überquerten wir wieder den Chao Phraya und wanderten zu Fuß zur nächsten U-Bahn Station. Bei unserem letzten Besuch in Bangkok hatte der Bau der U-Bahn noch gar nicht begonnen. Wir waren beide positiv überrascht. Sehr sauber, sehr modern, selbsterklärende Ticketautomaten. Wir fuhren bis zur Station Si Lom. Von der Straße aus war der Tower schon zu sehen. Der Maha Nakhon Tower ist das zweithöchste Gebäude Bangkoks und weist eine sehr interessante Architektur auf. Neben dem Hochhaus steht der „Cube“, das ist ein siebengeschossiges, würfelförmiges Nebengebäude, welches zum Komplex dazu gehört. Entworfen wurde das Ganze von einem deutschen Architekten. Beim Ticketkauf konnte ich zum ersten Mal in Fernost einen „Senioren Discount“ nutzen. In Thailand, Malaysia und Singapore ist das, im Gegensatz zu den Philippinen, problemlos möglich. In 15 Sekunden brachte uns der Aufzug zum 314 Meter hohen Observation Desk, ein verglaster Bereich. Der Ausblick über die Metropole war hier schon grandios, aber es sollte noch besser werden. 4 Etagen höher befindet sich die „Outdoor Observation area“. Hierhin gelangt man über eine Treppe oder einen Aufzug. Es gibt eine Glasplattform. Bevor ich diese betreten konnte, musste ich Überzieher über meine Schuhe stülpen, Kamera und Rucksack durften nicht mit genommen werden. Ich muss zugeben, bis zum ersten Schritt auf die Plattform dauerte es etwas, als ich drauf stand, war alle OK. Ein irres Gefühl, direkt 300 Meter in die Tiefe zu blicken. Meine Frau hat das ausgelassen, sie hat Höhenangst, da ist der Besuch an sich auf solch einem Gebäude schon eine Herausforderung. In der Observation area gibt es ein Treppe mit Sitzkissen, wenn man hoch geht ist man noch einmal ein paar Meter höher. Hier oben gibt es Musikberieselung, es lief gerade ein Stück des Jazz Gitarristen „Pat Metheny“. Interessante Atmosphäre.

Vom Maha Nakhon Tower bummelten wir gemütlich zum Chao Phraya, das war nicht allzu weit. Zurück Richtung Unterkunft nahmen wir wieder das Flussboot. Am nächsten Tag sollte unser Flieger nach Krabi gehen. Aufstehen um 4:00 Uhr, daher wurde der Abend nicht lang. Noch ein kurzer Bummel durch die Nachbarschaft unserer Unterkunft und ein gute Nacht Bier.

Was besonders auffällt: In Bangkok gibt es viele Cannabis Läden (wie vermutlich in anderen thailändischen Städten auch). Oft klimatisiert und sehr modern eingerichtet. Der erste Eindruck ist, dass man einen recht pragmatischen Legalisierungskurs fährt. Wir sahen nirgendwo zugedröhnte Zombies durch die Gegend laufen. Aber die sieht man ja ohnehin eher nach Alkoholkonsum. Aber das ist ein anderes Thema das hier nicht hin gehört.

Fortsetzung folgt.

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Krabi

Krabi musste auf unserer Reise auf jeden Fall dabei sein, hier hatten meine Frau und ich uns 1996 kennen gelernt. Krabi ist bekanntermaßen eine von Touristen häufig besuchte Stadt bzw. Gegend. Die Option „Nachtzug von BKK nach Surat Thani“ und weiter mit dem Bus nach Krabi verwarfen wir, das hätte einen ganzen zusätzlichen Reisetag gekostet. Wir nahmen stattdessen einen frühen Flug mit Bangkok Airways nach Krabi.

Die Unterkunft hatte für uns ein Taxi organisiert. Wie in Thailand üblich, lief der Transfer reibungslos, der Fahrer war schon früher an unserer Unterkunft als angefragt. Ein solcher gebuchter Transfer ist allerdings etwas teurer als eine „normale“ Taxifahrt, dafür aber entspannter.

Wir waren ausreichend früh am Flughafen. Im Terminal war schon einiges los. Das Ausdrucken der Gepäck Etiketten erledigten wir selbst am Automaten, auch die Gepäckaufgabe erfolgte maschinell. Es war aber Personal vorhanden, dass bei Schwierigkeiten behilflich sein konnte.

Unserer Flieger landete pünktlich in Krabi. Die etwas aufdringlichen Taxifahrer ignorierten wir und suchten den Shuttle Bus, der Fluggäste in die Stadt fährt und einen direkt an der gebuchten Unterkunft „rauswirft“. Wenn ich mich recht erinnere bezahlten wir hierfür 50 Baht pro Nase. Der Fahrer setzte uns direkt an unserer reservierten Unterkunft ab. Wir hatten uns dafür entschieden, in der Stadt zu übernachten. Dies war für die von uns geplanten Ausflüge praktischer. Zumal wir gerne auf den Nachtmarkt wollten, welchen wir sehr positiv in Erinnerung hatten. Als Unterkunft hatten wir das Chanchalay Hip Hostel ausgesucht. Eine einfache, günstige aber saubere und geschmackvoll ein gerichtete Unterkunft. Die Aufmachung wirkte ein wenig mediterran.

Wir wollten einen kurzen Ausflug Richtung Strand machen, vorher fuhren wir aber noch kurz mit dem Songthaeo zum Busbahnhof, um Bustickets für die Weiterreise nach Hat Yai zu kaufen. Es verkehren in Thailand auf touristisch stark frequentierten Routen Minibusse, diese versuche ich allerdings zu meiden. Zu eng, und da man es häufig mit gestörten Fahrern zu tun hat (ähnlich wie auf den Philippinen), auch nicht ganz ungefährlich. Wir kauften Tickets für den großen Bus und fuhren zurück in die Stadt und weiter Richtung Strand. Wir wollten herausfinden, ob und wie wir zum Noppharat Thara Beach kommen können. In den 90ern konnte man den Strand nur per Boot erreichen. Wir wussten, dass mittlerweile eine Straße dorthin führen sollte, wir fanden aber keinerlei Verbindung mit Bussen oder Songthaeos. Um in die Gegend zu gelangen, nahmen wir ein Songthaeo Richtung Aon Nang und stiegen an der entsprechenden Gabelung aus. Hier befindet sich auch das Headquarter des Kho Phi Phi National Parks und diverse Bootstouren starten hier. Wir fragten herum, wie wir zum Nopharat Thara Beach gelangen könnten, das Resultat waren fragende Gesichter, aber keine zielführenden Antworten. Per Boot ging nichts mehr. Also bummelten wir etwas in der Gegend herum, wir versuchten herauszufinden, wo früher der Bootsableger war. Die Gegend hatte sich sehr verändert, vieles erkannten wir nicht wieder. Da es schon später am Nachmittag war, nahmen wir ein Songthaeo zurück in die Stadt.

In Krabi wird abends in der Nähe der Promenade ein Foodmarket aufgebaut. Hier wollten wir zu Abend essen. Ein interessanter Foodstall war schnell gefunden, das Personal flott und freundlich. Man hat sich hier schon gut auf den Tourismus eingestellt (Speisekarte auch auf englisch), wobei der überwiegende Teil der Gäste Thais waren. Nach dem Essen bummelten wir noch die Promenade entlang. Hier hatte man bzgl. Deko und Beleuchtung alle Register gezogen.

Am nächsten Tag wollten wir probieren, tatsächlich zum Noppharat Thara Beach zu gelangen. Wir fuhren wieder bis zur besagten „junction“. Die Bootsleute fragten wir nicht mehr, sondern versuchten es bei den Fahrern der thailändischen Tricycle Variante. Nachdem wir mehrere Fahrer gefragt hatten, fanden wir einen älteren Fahrer, der bereit war, uns für einen einigermaßen fairen Preis zum Noppharat Thara Beach zu fahren und dort zu warten. Er sprach etwas englisch (die früher recht passablen Thai Kenntnisse meiner Frau hatten in den letzte 20 Jahren etwas gelitten) und es stellte sich heraus, dass er früher in einem der Resorts, in dem ich 1996 einmal für einige Tage übernachtet hatte, gearbeitet hatte. Damals gab es nur drei Unterkünfte am Strand, somit kannte sich das Personal natürlich untereinander. Wir fragten nach dem Bootsmann, der uns damals oft gefahren hatte. Dieser war der bereits vor längerer Zeit verstorben. Unser Fahrer stoppte in der Nähe des Strands, die letzten Meter mussten wir laufen. Meine Frau und ich hatten uns 1996 im „Emerald Resort“ kennen gelernt. Auf Google Maps hatten wir ein Resort namens „The Emerald Krabi Beach Resort“ gefunden. Die Bilder erinnerten uns aber nicht an die damalige Unterkunft. Trotzdem wollten wir herausfinden, ob dies immer noch das gleiche Resort war. Wir schlenderten den Strand entlang und fanden das „Emerald“. Wir gingen auf das Gelände Richtung Restaurant. Meine Frau war den beiden Chefs in den 90ern sehr freundschaftlich verbunden gewesen und hatte hier des Öfteren während des Visa Runs ein paar Tage Pause eingelegt. Sie fragte eine Mitarbeiterin, ob hier immer noch die Brüder von damals im Dienst waren. Dies wurde bejaht und sie holte den Chef. Es dauerte eine Weile, bis er meine Frau erkannte. Es war eine sehr bewegende Situation, als sich die Beiden die Arme fielen und überschwänglich begrüßten. Als meine Frau nach dem Bruder fragte, schossen ihm die Tränen in die Augen. Er war vor einigen Jahren viel zu früh verstorben. Auch meine Frau war sichtlich getroffen. Die beiden unterhielten sich noch länger über „damals“ und die jetzige Situation. Für die paar Unterkünfte am Noppharat Thara Beach sei es mittlerweile sehr schwierig. Es kommen nicht allzu viele Gäste. Es gibt keine Boote mehr zum Strand, die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist kaum gegeben. Wir schauten uns noch etwas im Resort um. Die Theke aus den 90ern, an der Alles begann, steht noch dort herum, ist aber nicht mehr in Benutzung. Der Strand ist immer noch so schön wie früher und es waren noch weniger Leute dort als in den 90ern. Wir liefen noch den ganzen Strand ab und machten uns dann auf den Weg zurück zur Stadt.

Am nächsten Tag war das Ziel der Ao Nang Beach. Ein krasser Unterschied. Sehr voll, jede Menge Unterkünfte, Gastronomie, alles mögliche, was nur irgendwie für Touristen interessant sein könnte, wurde angeboten. Für mich erheblich zu viel Trubel. Dazu reichlich Szenen, die fürs Fremdschämen geeignet waren. Der Islam ist im Süden Thailands stark vertreten, so auch in Krabi. Je nach Quelle liest man von bis zu 35 % der Bevölkerung, Ao Nang soll eine der ursprünglichen Siedlungsgebiete der muslimischen Bevölkerung in der Region sein. Wir suchten etwas zu essen. Essensstände gab es reichlich. Wir entschieden uns für einen Laden mit Halal Food. Die Mädels hinterm Tresen alle in Muslim Outfit. Während wir unsere Curries genossen, konnten wir dem (häufig sehr peinlichen) Treiben zu sehen. Bei vielen Touristen ist anscheinend angepasstes Verhalten nicht angesagt. Ich habe persönlich nichts gegen junge Frauen im String Tanga und Oberteil in der Größe eines Hühneraugenpflasters, ob man in dem Aufzug aber durch die Straßen in einer ziemlich konservativ geprägten Gegend laufen und dann auch noch in die Schlange am Essstand stellen muss, darf hinterfragt werden. Die Thais scheinen den Trubel mit Fassung zu tragen. Der Rubel (oder eher der Baht) rollt halt.

Den Abend beendeten wir wieder in Krabi auf dem Nachtmarkt mit hervorragendem, preisgünstigen Thai Food. Nach dem Besuch in Ao Nang war für meine Frau und mich klar, dass wir das nicht nochmal brauchen.

Am letzten Tag in Krabi fuhren wir zum Tiger Cave Temple, oder auch Wat Tham Suea. Der Tempel liegt knapp 10 km nördlich der Stadt. Wir schauten uns die Tempelanlagen am Fuß des Berges an und erreichten dann über 1237 Stufen den goldenen Buddha, der oben auf dem Berg errichtet wurde. Bei tropischen Temperaturen eine sehr schweißtreibende Angelegenheit. Das Thema „Stufenformel“ war beim Bauen der Treppe anscheinend unbekannt. Wie häufig an solchen Orten gab es reichlich Makaken, die entlang der Treppe herumlungerten, in der Hoffnung, irgend etwas Fressbares abzustauben. Erschöpft erreichten wir das Ziel, die Aussicht war sehr beeindruckend. Vor der Rückfahrt nach Krabi gönnten wir uns noch eine Mahlzeit. Wir hatten damit gerechnet, dass wir vom Tempel wieder ein Songthaeo zurück zur Stadt nehmen konnten. Leider Fehlanzeige. Die Songthaeos, die vor der Anlage standen, warteten alle auf Fahrgäste, die eine Tour gebucht hatten. Wir wanderten also zur Straße entlang in der Hoffnung, hier einen Transport zu erwischen. Leider auch erfolglos. Also wanderten wir über zwei Kilometer zur nächsten Kreuzung zur Hauptstraße, die nach Krabi führte. Hier warteten wir an einer Haltestelle auf das nächste Fahrzeug, mit dem wir zurück in die Stadt fahren konnten.

Fortsetzung folgt.

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Krabi – Hat Yai – Alor Setar (Malaysia)

Um nach Malaysia zu gelangen hatten wir uns mehrere Optionen überlegt, Die erste Route war via Koh Lipe und Langkawi nach Alor Setar. Bei einer längeren Zugfahrt in Deutschland fand ich jedoch einen Bericht über die „Earth Lodge“ im Ulu Muda Forest Reserve in Kedah, einer der nördlichen Bundesstaaten Malaysias, direkt an der thailändischen Grenze. Ein Ort, sehr abgelegen, ohne Handy Empfang, ohne Internet, Strom stundenweise nur am Abend. Hörte sich interessant an, zumal mein letzter, längerer Aufenthalt im Regenwald schon lange her war. Also mussten wir nicht lange überlegen sondern organisierten einen fünftägigen Aufenthalt dort. Der Transport dorthin sollte ab Alor Setar klappen, der Hauptstadt von Kedah. Die Stadt wollte ich immer schon mal besuchen, das hatte sich bislang aber nie ergeben. Jetzt war die Gelegenheit.

Wir verließen Krabi mit dem Bus nach Hat Yai, der letzten großen Stadt im Süden Thailands. Hat Yai ist bei malaysischen Touristen beliebt, die eine Pause von den strengeren gesellschaftlichen Regeln Malaysias benötigen. Da wir mit dem Zug weiter nach Malaysia wollten, hatte ich ein Zimmer im „Train Hotel“ im Bahnhof reserviert. Lage sehr gut, der Rest, na ja, für eine Nacht war’s zu ertragen. Oder frei nach Johann König: „Man muss es sich nur immer wieder sagen“. Nochmal würde ich das Hotel nicht wählen. In Hat Yai sind wir nur etwas durch die Stadt gebummelt. Ich war vorher Mitte der 90er in Hat Yai. Mir hatte es damals schon nicht sonderlich gefallen, es ging mir jetzt ähnlich.

Die Tickets für den Zug nach Padang Besar, dem Grenzort zwischen Thailand und Malaysia, konnten wir erst am Morgen der Abfahrt kaufen. Es fahren nur 3 Züge am Tag, wir wollten den ersten um 7:20 Uhr nehmen. Meine Frau machte sich schon früh auf, die Tickets und einen kleinen Snack fürs Frühstück zu kaufen. Immerhin gab es im Hotelzimmer ein paar Tütchen Instant Kaffee und einen Wasserkocher.
Der Zug von Hat Yai nach Padang Besar, dem Grenzort, ist etwas rustikal, es gibt nur 3. Klasse, aber immerhin nicht mehr mit Holzsitzen. Anstatt AC ratterten Ventilatoren vor sich hin.

Der Zug verließ den Bahnhof von Hat Yai einigermaßen pünktlich. Die Immigration passiert man erst auf der malaysischen Seite. Die Ausreise verlief recht zügig, die Einreise nach Malaysia war eher etwas zäh. Hier hat die Digitalisierung zugeschlagen, was den ganzen Prozess aber anscheinend eher ausbremst. Für Malaysia muss eine elektronische Einreisekarte (MDAC, Malaysia Digital Arrival Card) ausgefüllt werden, ähnlich wie das philippinische E-Travel. Meine Frau war recht flott durch, bei mir dauerte es etwas, warum auch immer. Nach der Immigration musste unser Gepäck noch durch eine Durchleuchtungsmaschine, dann waren wir endgültig auf malaysischem Boden. Wir erledigten das übliche Prozedere. Sim Karte kaufen, am ATM malaysische Ringgit ziehen und natürlich das Zugticket nach Alor Setar kaufen. Ich suchte den entsprechenden Schalter. Geschlossen. Eine freundliche Angestellte der KTM (der malaysischen Eisenbahn) nahm sich meiner an und meinte zu mir, dass ich das Ticket nur am Automaten bekomme. Card payment only. Sie kümmerte sich um die entsprechenden Eingaben, so dass ich die richtigen Tickets ausgewählt hatte. Zahlung mit der Wise Karte. Hier zeigten sich dann wieder einmal die Vorzüge, vorab auf dem Wise Konto Geld in die jeweils passende Währung umzutauschen. Wir hatten bis zum ersten Zug nach Alor Setar etwas Wartezeit, also Zeit für einen Snack. Ayam Goreng, gebratenes, gut gewürztes Hühnchen, mit Reis, etwas was ich in Malaysia gerne esse.

Der Zug von Padang Besar nach Alor lief pünktlich in den Bahnhof ein, im Vergleich zu dem thailändischen „Zug“ ein Quantensprung. Moderne Waggons, elektrifizierte Strecke. Nur etwas zu kalt. Die Auslastung des Zuges war recht hoch, viele der Fahrgäste waren muslimische Thais. Der Grenzverkehr schien recht rege zu sein.

Unser Zug erreichte pünktlich in Alor Setar ein. Grab hatten wir noch nicht probiert. Wir nahmen ein Taxi in die Stadt. Zum letzten Mal. Danach nutzten wir innerhalb von Städten nur noch Grab. Als Hotel hatte ich das Fuller Hotel ausgewählt. Recht praktisch nicht weit vom Zentrum gelegen. Das Hotel an sich mit einem recht guten Preis/Leistungsverhältnis.

Alor Setar ist auf der touristischen Landkarte eher ein weißer Fleck. Ein Grund mehr, mir die Stadt einmal anzusehen. Kedah ist ein eher konservativer Bundesstaat, was man auch zwischendurch immer wieder merkt. Über 70 % der Bevölkerung sind Malaien und somit Muslime. Hier unterscheiden sich so manche malaysischen Städte.

Den Nachmittag verbrachten wir damit, uns einen Überblick über die Stadt zu verschaffen. Wir spazierten an der großen Moschee, dem Clock Tower und dem Menara Alor Setar, dem 165 Meter hohen Fernsehturm der Stadt, vorbei. Wir kamen an einem Fachgeschäft für Hijbas vorbei, ich konnte meine Frau aber nicht überreden, da mal einen Blick rein zu werfen.

Am Abend suchten wir einen Stand, wo wir Sate essen konnten. Wer es nicht kennt, Sate sind auf Holzkohle, marinierte, gegrillte Fleischspieße (Huhn, Rind oder manchmal auch Ziege), dazu gibt es eine leicht scharfe Erdnusssauce. Eins meiner Lieblingsgerichte in Malaysia. Beim essen konnten wir lustige Szenen beobachten. Auf dem Platz, wo auch die Essensstände aufgebaut waren, konnte man verschiedene Mini Vehikel mieten und im Kreis auf dem Platz herum fahren. Vom „Mini Bus“ bis zum „Reindeer“ war alles mögliche dabei, passend zur Vorweihnachtszeit mit entsprechender LED Beleuchtung. Das fand bei den Familien großen Anklang.
Wir fuhren dann noch mit dem Aufzug zur Aussichtsplattform des Fernsehturms. Eine schöne Aussicht über die beleuchtete Stadt.

Bevor wir uns Richtung Regenwald aufmachen würden, hatten wir noch einen ganzen Tag Zeit, uns die Stadt etwas genauer anzusehen. Ein Besuch der großen Moschee, der Zahir Moschee, blieb uns als Nicht Muslimen leider verwehrt. Die Moschee ist über 100 Jahre alt und zählt zu den Schönsten in Malaysia.

Alor Setar ist die Heimatstadt mehrerer Bedeutenden malaysischen Persönlichkeiten, darunter Tunku Abdul Rahman, dem ersten Premierministers des Landes (1957 bis 1970) sowie Mahatir bin Mohammed, der Premierminister, der das Land am längsten geführt hat (insgesamt 24 Jahre). Das moderne Malaysia ist ohne Mahatir nicht vorstellbar. Das Geburtshaus wurde in ein kleines Museum umgewandelt (Rumah Kelahiran Tun Dr. Mahathir). Ein Besuch ist meiner Meinung nach lohnenswert, wobei man keine kritische Auseinandersetzung mit der Person Mahatir erwarten darf.

Nach dem Besuch des Museums bummelten wir durch „Pekan Cina“, der Chinatown Alors. Hier stehen noch einige chinesische Shop Houses, wie man sie aus anderen malaysischen Städten kennt. Manche sind renoviert, manche jedoch im Zustand des Verfalls.

Fortsetzung folgt.

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Ulu Muda

Meine Frau und ich freuten uns schon sehr auf den bevorstehenden Aufenthalt im Regenwald. Den Transport von Alor zur “Earth Lodge“ im Ulu Muda Forest Reserve hatten wir bereits von Deutschland aus organisiert. Die Anreise erfolgte im ersten Teil über die Straße bis zu einem Bootsableger am großen Stausee „Tasik Muda“ (Tasik bedeutet See). Vom Bootsanleger ging es noch gut anderthalb Stunden auf kleinen Motorbooten bis zum Camp. Der Stausee ist für den Norden Malaysias extrem wichtig. Viel Wasser von hier wird in den westlich gelegenen Städten (u. a. Alor, Georgetown/Penang, Butterworth etc.) sowie für die Bewässerung der riesigen Reisfelder von Kedah und Perlis benötigt. Der Erhalt der Wälder um den Stausee herum ist also für den Norden Malaysias überlebenswichtig. Was, wie leider so häufig, auch hier noch nicht alle verstanden haben.

Am frühen Morgen hatten wir noch etwas Zeit für ein Frühstück mit Roti Canai und Kaffee. In Malaysia mein bevorzugtes Frühstück. Unser Fahrer war pünktlich an unserem Hotel und schon konnte es losgehen. Bis zum Ableger waren es ca. 70 Kilometer. Der erste Teil der Strecke war nicht sonderlich aufregend. Viel Reisanbau, ein paar Kleinstädte.

Neben uns hatten noch 6 weitere Personen ein paar Tage im Ulu Muda Reserve gebucht. Eine 4-köpfige, österreichische Familie und ein weiteres Pärchen (brasilianisch / französisch). Wir waren die ersten am Anleger. Der Chef vom Ganzen, Hymeir Kamarudin, kam kurz nach uns an. Der Rest der Gruppe trudelte nach und nach ein. Der Bereich des Bootsanlegers ist ein beliebter Ausflugsort, somit gab es auch ein paar Foodstalls. Die Wartezeit bis zur Abfahrt vertrieben wir uns mit einem einfachen Mittagessen und etwas Smalltalk mit Hymeir. Hymeir ist eine sehr gebildeter Naturschützer mit einem herausragenden Wissen über Malaysias Tier- und Pflanzenwelt, der aber auch viel über Malaysia selbst zu erzählen hat. Auch viel kritisches (z.B. über Politik, Einflussnahme der Religion auf das gesellschaftliche Leben etc.), was man sonst in Malaysia eher selten hört. Es warteten ein paar sehr interessant Tage auf uns.

Nach Ankunft in der Lodge bezogen wir die recht einfachen Zimmer, danach gab es eine Einführung von Hymeir, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde (wir waren die einzigen mit 4 Nächten Aufenthalt, der Rest der Gruppe blieb 3 Nächte). Die Tochter der Österreicher (im Teenager - Alter) hatte die Tage im Regenwald ziemlich gelitten, da sie nun für ein paar Tage komplett offline war. Sie wollte aber die Hoffnung nicht aufgeben und legte ihr Smartphone im Camp nur selten aus der Hand.

Neben mehreren Bootsfahrten auf dem Fluss unternahmen wir einige Wanderungen durch den Regenwald samt Höhlenbesuch. Ein größerer Teil des Waldes ist Secondary forest, Primärwald gibt es in dieser Region nicht mehr allzu viel. Das logging ist allerdings schon über 30 Jahre her. Manchmal konnten wir noch alte Logging Roads erkennen, viele waren aber schon wieder komplett zugewachsen.

Während der Bootsfahrten und Wanderungen erklärte uns Hymeir sehr viel über die dortige Flora und Fauna. Faszinierend fanden meine Frau und ich, wie die Jungs, die dort arbeiteten, mit bloßen Augen Tiere erspähen konnten. Dazu fehlte uns Langnasen das geschulte Auge. Wir bekamen viele Tiere zu sehen, darunter Long - und Pig Tail Makakken, verschiedene Eisvögel, Adler, Nashornvögel, Eulen und noch einige mehr. Gibbons konnten wir jeden Morgen hören, zu sehen bekamen wir diese aber leider nur ein Mal. Gar nicht zeigen wollten sich die dort immer noch vorkommenden Elefanten, Tapire oder Leoparden. Lediglich ein paar Spuren konnten wir sehen (aber nicht vom Leoparden). Unsere Fotografen hier im Forum mögen mir die Bilderqualität nachsehen. Wie waren nur mit einfachen Kameras unterwegs.

Am letzten Tag, als die anderen der Gruppe abgereist war, unternahmen meine Frau und ich, neben der mittlerweile üblichen Fahrt auf dem Fluss, einen kurzen Tubing Trip. Unser Boot brachte uns einige Kilometer flussaufwärts und wir konnten in LKW – Reifenschläuchen gemütlich flussabwärts treiben und in alle Ruhe die Atmosphäre genießen. Der Bootsmann folgte uns mit einigem Abstand. Außer den Geräuschen der Natur und des Flusses hörten wir keinerlei Fremdgeräusche. Ein Gefühl, dass wir in unserer „zivilisierten Welt“ kaum erleben können. Von einem thailändischen Mönch namens Pha Pachak stammt der Satz: The forest makes your heart gentle. You become one with it. No place for greed or anger there“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die Bootsfahrt am letzten Morgen kürzten wir ab, da es anfing zu regnen. Am Bootsanleger wartete bereits unser chinesischer Fahrer, der uns nach Penang bringen sollte.

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Dafür würde ich meine Frau aber nicht überreden können … die hätte mit Sicherheit 1.000 Tierchen aufgezählt, die ihr das Leben verkürzen könnten … :joy:

Da schwimmt nichts Gefährliches rum. Und das Ganze ist total entspannend.

Penang

Vom Anleger bis nach Penang waren es knapp 150 KM. Unser Fahrer benötigte für die Strecke ca. 2,5 Stunden. Ein Teil der Strecke verlief über die Autobahn. Die Autobahnen in Malaysia sind von brauchbarer Qualität. Die Fahrt war kurzweilig, der Fahrer (Chinese, selbständig mit mehreren Fahrern) erzählte viel über sich und das Land, die Politik, die Gesellschaft, besonders äußerte er sich über die Lage der chinesisch-stämmigen Bevölkerung Malaysias. Für die chinesischen Geschäftsleute aus der Volksrepublik hatte er keine sonderlich freundlichen Worte. Er meinte lapidar: “We like their money, but we don’t like them“.

Penang und die Hauptstadt des Bundesstaates Penang werden manchen Mitgliedern bekannt sein. Ein paar Infos können hier nachgelesen werden.

Ich war sehr häufig in Georgetown. Die Entwicklung der letzten 20 Jahre empfand ich aber als überwältigend (unser letzter Besuch war im Winter 2001/02). Früher war das Komtar Gebäude das höchste der Stadt, jetzt findet man auch außerhalb der Georgetowns viele hohe Gebäude, von der Distanz gesehen kann man mittlerweile durchaus von einer „Skyline“ sprechen.

Unser Fahrer brachte uns direkt zu unserem Hotel in der bekannten Chulia Street. Wir stiegen im „Swiss Hotel“ ab (heute Grand Swiss“). Während unseres Aufenthalts sollte sich herausstellen, dass der Name hier nicht Programm ist, bzw. die Hotelwahl ein Fehler war. Wir kannten das Hotel von früher. Eines der günstigen Unterkünfte aus den früheren Backpacker Zeiten. Aufgrund des mittlerweile aufgerufenen Preises und der großen Anzahl von Unterkünften in der Nähe hatten wir mit einer passablen Qualität gerechnet. Viele der alten Hotels sind mittlerweile komplett saniert.

Es machte sich der Hunger bemerkbar. In der Nähe unserer Unterkunft fanden wir einen Nasi Kandar Laden. Dort kann man sich verschiedene Sachen aussuchen.

Nach 5 Tagen Regenwaldaufenthalt war es an der Zeit, einen Teil unserer Klamotten zu waschen. Bislang hatte ich Wäsche zu einer Wäscherei gebracht oder im Hotel zum Waschen abgegeben. Hier waren wir erfolglos, mittlerweile dominieren in Penang Self Service Wäschereien. Eine solche war schnell gefunden. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten konnten wir nach einiger Warterei erfolgreich unsere saubere und getrocknete Wäsche ins Hotel bringen, die Wartezeit überbrückten wir teilweise in einem der vielen Coffee Shops in der Nähe.

Wir hatten für den Penang Besuch drei Tage angesetzt. Wir begonnen mit unserem Sightseeing Spaziergang im kolonialen Viertel entlang des alt-ehrwürdigen Eastern & Oriental Hotels (hier nächtigten schon Persönlichkeiten wie Somerset Maugham, Rudyard Kipling, Charlie Chaplin oder Hermann Hesse), weiter an älteren Verwaltungsgebäuden entlang (heute noch in Nutzung, z.B. die Penang Town Hall oder Dewan Bandaran Pulau Pinang) vorbei zum Watch Tower. Die Reste des Forts Cornwallis konnten wir leider nicht besichtigen, da wegen Renovierung geschlossen. Von der „Beach Road“ im kolonialen Viertel bogen wir Richtung Little India ab. Little India ist bunt und laut, aber so richtig.

Nicht weit von der Town Hall befindet sich die Promenade oder auch Esplanade. Hier beginnt auch der „Heritage Trail“. Bei der Promenade gibt es einen großen Food Market. Hier findet man eine schier unglaubliche Auswahl an Essbarem. Ein Bereich wird weitgehend von Malaien frequentiert, hier gibt es Halal Food (und kein Bier), daneben befindet sich die chinesische Abteilung, da bekam ich dann auch ein Bierchen, nachdem wir vorab bei einem freundlichen malaiischen Paar eine anständige Portion Sate gekauft hatten. Auch hier hat die digitale Welt Spuren hinterlassen, man bat uns, doch bitte eine positive Google Bewertung zu hinterlassen. Das Thema „Essen“ ist in Malaysia ohnehin ganz besonders. Für mich ist Malaysia das „Ess - Paradies“ überhaupt. Die Auswahl ist aufgrund der verschiedenen Ethnien riesig.

Das historische Teil Georgetowns gehört komplett zum UNESCO Weltkulturerbe, zu Recht meine ich. Bis heute dominieren chinesische Shop Houses. Chinesische oder indische Tempel, Kirchen und Moscheen befinden sich öfters in unmittelbarer Nachbarschaft.

Aufgrund des großen Anteils der Chinesen in Penang sind einige chinesische Tempel zu finden sowie mehrere „Clan Houses“. Hier sticht besonders Khoo Khongsi heraus. Die Clan Houses dienten in den Zeiten, in denen viele chinesische Migranten nach Penang kamen, als erste Anlaufstelle. Hier gab es erste Unterstützung durch die chinesische Community bzw. des Clans. Viele der eingewanderten Chinesen brachten es zu erheblichem Wohlstand, was auch durch die Ausstattung der Clan Häuser deutlich wird. Wir verbrachten viel Zeit in verschiedenen Tempeln und Clan Houses. Diese alle zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen. Die Fotos sprechen für sich.

In Malaysia ist Street Art seit einigen Jahren sehr beliebt. Neben Ipoh findet man auch in Georgetown einige interessante Kunstwerke, wenn auch manche schon so langsam verblassen.

Neben den Clan Houses und Tempeln in Georgetown besuchten wir den Kek Lok Si Tempel. Dieser Tempel gehört zu den Hauptattraktionen. Ich denke dass Mitglieder, die bereits Penag besucht haben, auch diesen Tempel aufgesucht haben. Per Grab fuhren wir nach Ayer Hitam, wo der Tempel liegt. Wir ließen uns unterhalb des Tempels absetzen und gönnten uns vorab ein Frühstück in einem der üblichen Food Courts. Für mich gab’s wie so oft Roti Canai und Kopi (Kaffee mit süßer Milch), meine Frau bevorzugte irgendetwas mir nicht Bekanntes. Gut gestärkt erklommen wir den Hügel. Viel war noch nicht los, die Massen sollten erst etwas später ankommen.

Nicht weit vom Tempel befindet sich der Penang Hill, eine weitere, viel besuchte Attraktion. Wir nahmen wieder ein Grab Fahrzeug und ließen uns für kleines Geld zur Lower Station fahren. Von hier geht es per Standseilbahn weiter. Die Bahn wurde 1923 eröffnet und 2010 komplett überholt. Meine Frau und ich waren recht überrascht, so modern hatten wir das ganze nicht in Erinnerung. Der Bereich vor dem Zustieg war bereits gut gefüllt. Das Ganze ist recht gut organisiert. Nach dem Ticketkauf mussten wir einige Zeit warten, bevor wir in die Bahn einsteigen konnten. Es gibt „Time Slots“, man kann sich also nicht einfach so in die Schlange stellen sondern muss schauen, wann die Reise für einen los geht.

Oben auf dem Hügel kann sich einiges ansehen, das Beste ist m.E. aber die Aussicht. Es gibt eine, leider recht überfüllte, Aussichtsplattform. Diese muss neueren Datums sein, diese kannte ich noch nicht. Dazu findet man auch einige gastronomische Angebote, ebenso mit grandioser Aussicht.

Ein besonderes Highlight war für uns aber „The Habitat“. Das gab es bei unsrem letzten Besuch noch nicht. Neben einem herrlichen Canopy Walkway und einfachen Wegen durch den Regenwald findet man auch eine mächtige Stahlkonstruktion vor, von welcher man verschiedene Ausblicke genießen kann. Den Canopy Walkway kann man durchaus als Lehrpfad bezeichnen, da man viele Erklärungen zu Flora und Fauna sowie zur Lebensraum Regenwald selbst findet.

Fortsetzung folgt.

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Tolle Bilder … meine Frau will 2027 auch Malaysia sehen … :joy:

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Malaysia wird für Dich als Fotograf ein Fest. K.L., Penang und Ipoh sind wärmstens empfohlen. Falls Ihr auch an die Ostküste wollt, solltet Ihr möglichst im europäischen Sommer fahren. Die Bundesstaaten Kelantan und Terengganu sind ein Kontrastprogramm.

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Taiping

Das nächste Ziel auf unserer Reise war Taiping im Bundesstaat Perak. Das Verkehrsmittel unserer Wahl war wieder der Zug. Wir orderten uns ein Grab und ließen uns zum Fährableger bringen, wo die Fähren nach Butterworth ablegen. Die Fähren sind sehr günstig und fahren regelmäßig hin und her. In Butterworth liegt der Verkehrsknotenpunkt für den Bundesstaat, das ganze nennt sich Penang Sentral. Das ist ein moderner Komplex wo der Reisende alles Mögliche vorfindet. Neben dem Bahnhof befindet sich hier auch der Busbahnhof mit Verbindungen in alle Richtungen. Am Bahnhof angekommen, gönnten wir uns zuerst ein Frühstück, da wir einige Wartezeit auf unseren Zug zu überbrücken hatten. Es gab nur Nasi Kandar, also Reis mit Beilagen, die man sich aussuchen kann.
Auf den Bahnsteig konnten wir erst, als dieser freigegeben wurde. Zugang erhält man nur mit dem Ticket, dieses benötigt man auch um am Zielbahnhof diesen wieder zu verlassen. Der Zug lief pünktlich ein und erinnerte eher an an deutsche S-Bahn. Alles sehr modern. Und pünktlich. Die Fahrt nach Taiping dauerte nur knapp eine Stunde.

Vom Bahnhof zu unserem Hotel (Knight Alley Hotel) war es nicht weit, für kleine Geld brachte uns ein Grab Fahrer hin. Der Check-in war schnell und unkompliziert (vorab reserviert via booking.com), sehr freundliches, hilfsbereites Personal, Zimmer top für den Preis (etwas über 20,-- € pro Nacht). Frühstück gab’s nicht im Hotel, das braucht man in Malaysia aber auch nicht, da die Frühstücksoptionen in Malaysia überall sehr vielfältig sind (sofern man kein westliches Frühstück benötigt).

Wir hielten uns nicht lange im Hotel auf und machten uns direkt auf, um den nächst gelegenen Foodcourt aufzusuchen. Nach einem guten Mittagsmahl wanderten wir los, etwas die Stadt zu erkunden. Taiping ist eine alte „Zinn Stadt“. Im 19 Jahrhundert wurde Zinn entdeckt, das führte zum wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt. Der Boom zog besonders viele chinesische Siedler an. Auch heute stellen die Chinesen noch die Mehrheit in der Stadt.

Nach dem Essen machten wir uns auf zu den Lake Gardens. Taipings Lake Gardens sind eine ehemalige Gegend, in der Zinn abgebaut wurde. Der Umbau in eine englisch anmutende Parklandschaft begann bereits 1880. Die 64 ha große Anlage war die erste öffentliche Park- oder Gartenanlage in Malaysia. Im Zentrum des Parks befindet sich ein großer See, es gibt ausgedehnte Grasflächen, viele Bäume, im Park hat sich auch einiges an Getier einquartiert. Diverse Vogelarten, Warane, verschiedene Affen und vieles mehr. Da es leicht zu regnen anfing (Taiping gilt als regenreichste Stadt Malaysias), machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel.

Für den Abend hatten wir einen Besuch in der „Night Safari“ von Taiping geplant. Die Night Safari gehört zum Taiping Zoo, dem ältesten Zoo des Landes. Man sollte aufgrund des Namens allerdings nicht erwarten, dass diese „Night Safari“ nur ansatzweise das Niveau von Singapore erreicht. Das Ganze war ein ganz netter Ausflug, ist aber m.M. nach kein „Muss Ziel“. Etwas störend waren die Besucher (weitgehend Malaysier), die durch die Anlage kutschiert wurden, da nicht sonderlich auf ruhiges Verhalten geachtet wurde. Die wenigsten Besucher sind zu Fuß unterwegs.

Wir hatte nur einen ganzen Tag in Taiping eingeplant. Östlich des Zoos befindet sich der „Bukit Larut“, früher Maxwell Hill genannt. Die Engländer hatten oben auf dem Berg, wie auch in anderen Höhenlagen wie z.B. den Cameron Highlands eine Hill Station gebaut. Hier konnte man gut der tropischen Hitze der tiefer liegenden Gebiete entfliehen. Nach oben muss man laufen, die üblicherweise fahrenden Geländewagen konnten schon seit geraumer Zeit nicht mehr hoch fahren, da es irgendwo die Straße durch einen Erdrutsch beschädigt war.
Also machten wir uns daran, den schweißtreibenden Aufstieg zu wagen. Wir aber nicht ganz hoch sondern nur ungefähr die Hälfte der Strecke hoch wandern. Wir folgten der Straße die den Berg hoch führt. Wir dachten wir wären recht zeitig unterwegs, aber es kamen uns schon viele Chinesen entgegen (durchweg ältere Semester), die schon wieder nach unten wanderten. Der Berg scheint ein beliebter Fitness Point zu sein. Auf dem Weg konnten wir verschiedene Affen und natürlich Vögel beobachten. Der Berg ist sowieso reich an Biodiversität. Einen Ausblick auf die Umgebung und auf Taiping selbst hatten wir kaum, da überall dichter Regenwald vorherrscht.

Der Abend war dann wieder der intensiven Nahrungsaufnahme gewidmet, wie so oft in Malaysia.

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Eine beneidenswerte Reise.
Die Bilder und Beschreibung machen Lust darauf, sich die auch einmal alle anzuschauen.