Methodik und Hintergrund
Daten atmosfair Airline Index 2024
• 34 Millionen Flüge
• mehr als 200 größte Airlines weltweit ausgewertet
• 56.372 City Pairs weltweit
• 92% des weltweiten Luftverkehrs
• 173 Flugzeugtypen (97% Marktabdeckung)
• 563 Triebwerke (96% Marktabdeckung)
• Renommierte unabhängige Datenquellen: ICAO, IATA, OAG, FlightGlobal etc.
• Daten von 2023
Methode des atmosfair Airline Index
Grundeinheit ist die CO₂-Effizienz von Flügen (CO₂ pro Passagierkilometer). Da diese physisch
bedingt auf Kurz- und Langstrecken schlechter ist als auf Mittelstrecken (siehe nächster
Abschnitt), muss die CO2-Effizenz noch in Effizienzpunkte umgewandelt werden, um einen
korrekten Vergleich aller Airlines zuzulassen.
Die Berechnung der Effizienzpunkte einer Airline erfolgt in mehreren Schritten:
- Berechnung des CO₂ je Nutzlastkilometer jedes einzelnen Fluges aus u. a. Flugzeugtyp,
Triebwerk, Passagier- u. Frachtkapazität und Auslastungen. - Vergleich des CO₂ je Nutzlastkilometer mit dem bestmöglichen Flug (Best Case
Betrachtung nach ICAO). - Bestimmung der City Pair Effizienzpunkte einer Airline (Best Case = 100 Punkte, andere
relativ dazu). - Zusammenfassen der City Pair Punkte jeder Airline zu globalen Effizienzpunkten
(Mittelwert). - Ranking der Airlines nach globalen Effizienzpunkten
Der AAI beruht auf der CO₂-Berechnungsmethode der ICAO. Genauigkeit: ±1,5 Effizienzpunkte (Vertrauensniveau 95%).
Ausführliche Dokumentation der CO₂-Berechnungsmethode unter
atmosfair Airline Index - atmosfair
Effizienzvergleich von Routen unterschiedlicher Länge
Die CO₂-Effizienz von Flugstrecken hängt physisch stark von der Distanz ab. Bei Kurzstrecken
verteilen sich die hohen Emissionen beim Steigen auf Flughöhe auf weniger Nutzlastkilometer
als bei Mittelstrecken, weshalb der durchschnittliche CO₂-Ausstoß pro Nutzlastkilometer höher
ist. Auf Langstrecken wiederum ist die CO₂-Effizienz niedriger als bei Mittelstrecken, weil
Flugzeuge hier mehr Treibstoff ungenutzt mitführen müssen, den sie erst am Ende eines Fluges
verbrauchen. Dies erschwert den Vergleich von Fluggesellschaften, die auf unterschiedlicher
Streckenlängen unterwegs sind.
Der AAI basiert auf einer innovativen Methode, die diesen Effekt bereinigt: Im AAI wird die
Performance von Fluggesellschaften ausschließlich auf gleichen Strecken (z. B. Paris - London)
und damit bei konstanter Flugdistanz verglichen. Erst in einem zweiten Schritt werden diese
Effizienzergebnisse zu einem globalen Effizienzwert der Airline zusammengezählt (siehe voriger Abschnitt). Der so ermittelte Effizienzwert beinhaltet somit ausschließlich Informationen über die technische und operative CO₂-Effizienz von Fluggesellschaften und macht diese aus Klimasicht direkt vergleichbar. Die Effizienzpunkte (EP) des AAI sagen dabei aus, wie nah eine Airline an das optimale Ergebnis herankommt (bestes Flugzeug, bestes Triebwerk, höchstmögliche Auslastung etc.). 100 Effizienzpunkte entsprechen dem Optimum, das bei heutiger Technologie und Betriebsführung erreicht werden kann.
Low Cost Carrier
Die LowCost Carrier (LCCs) sind in anderer Darstellung im Airline Index enthalten. Sie sind
gesondert zu betrachten, weil sie methodische Besonderheiten bei der CO₂-Berechnung und
ihrer Bewertung aufweisen, die einen direkten Vergleich mit den übrigen Airlines hinsichtlich der im AAI gewerteten Klimaeffizienz nicht zulassen. Dennoch lassen sich zumindest die direkten CO₂-Emissionen der LCCs bewerten. Damit diese Information für den Flugpassagier nicht verlorengeht, sind die LCCs in einer gröberen Form im AAI dargestellt.
Die methodischen Besonderheiten sind:
1. Subventionen:
Viele LCCs erhalten Subventionen und erzeugen damit Flüge, die sie sonst nicht zu den
niedrigen Preisen hätten anbieten können. Diese Subventionen erzeugen also Flüge und damit
CO₂, das auch in die Klimabilanz der subventionierten Airline einfließen müsste, aber im AAI nicht erfasst werden kann. Auch andere Airlines profitieren von Subventionen in verschiedenen Formen, wande ln diese aber nicht direkt in niedrigere Preise und damit erhöhtes CO₂ um.
2. Umwege:
Viele LCCs fliegen von und zu Regionalflughäfen. Die Anfahrtswege sind dann aber überwiegend länger als beim Flug von Zentrum zu Zentrum. Durch diese längeren Anfahrten entsteht
zusätzliches CO₂, das im Ranking aus Sicht der Zielgruppe Passagiere mit eingerechnet werden
müsste.
Achtung: LCC ist nicht gleich LCC. atmosfair übernimmt die Definition und Einteilung der
Airlines als LCC von ATI, einem Dienstleister der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation
ICAO. Die Definition findet sich in der vollständigen Dokumentation der Methode, die von der atmosfair Webseite heruntergeladen werden kann.
Wo gewinnen und wo verlieren einzelne Fluggesellschaften Effizienzpunkte?
Die besten Ergebnisse erreichen Fluggesellschaften, die modernes Fluggerät einsetzen, das gut zur zu befliegenden Entfernung und Passagieraufkommen passt, viele Sitze darin unterbringen und dann sowohl Sitze als auch den Frachtraum gut auslasten. Das bedeutet u.a., dass diejenigen Fluggesellschaften bei guter Auslastung am effizientesten Passagiere befördern, die am meisten Sitze anbieten. Fluggesellschaften haben unterschiedliche Prioritäten bei der Optimierung ihres Angebotes an den Kunden. atmosfair bewertet diese Prioritäten nicht, wertet aber die CO₂-Emissionen aus, die davon abhängen.
Kompletter Bericht und Details zu den Airlines hier: