Ängste vor dem „Big One“ in Metro Manila

Der Manila Bulletin Artikel (04/10/2025) weist auf die Gefahren eines großen Erdbebens im Metro Manila-Raum hin.


Erdbeben in Cebu lässt Ängste vor dem „Big One“ in Metro Manila wieder aufleben

Ein Erdbeben der Stärke 6,9 beschädigt am Dienstag, 30. September 2025, die Erzdiözese Santa Rosa de Lima und ein Haus in Cebu.

Das Erdbeben der Stärke 6,9, das Cebu am 30. September erschütterte, macht das ernsthafte Risiko deutlich, dem Metro Manila durch ein potenzielles Beben entlang der West Valley Fault ausgesetzt ist – eine Gefahr, die Experten bereits 2004 in der Metro Manila Earthquake Impact Reduction Study (MMEIRS) identifiziert hatten.

Während die Zahl der Todesopfer in Bogo City, Cebu, unter hundert blieb, erklärte Renato Solidum, Minister für Wissenschaft und Technologie, in einem Fernsehinterview, dass ein ähnliches Ereignis in Metro Manila „Zehntausende” Menschenleben fordern könnte.

„Wenn beispielsweise ein Erdbeben der Stärke 6,5 entlang der Mitte der West Valley Fault auftritt, könnten wir Zehntausende von Opfern zu beklagen haben”, sagte Solidum und wies darauf hin, dass die Hauptstadt aufgrund ihrer hohen Bevölkerungsdichte und der zahlreichen Hochhäuser weitaus anfälliger sei.

Die West Valley Fault, die sich von Quezon City bis Laguna erstreckt, hat sich seit Jahrhunderten nicht mehr bewegt. Studien zeigen, dass sie ein Wiederholungsintervall von etwa 200 bis 400 Jahren für schwere Erdbeben hat.

Bereits 2004 prognostizierte das von Japan finanzierte MMEIRS die Folgen eines Bebens der Stärke 7,2 entlang der West Valley Fault und schätzte:

  • 170.000 Häuser würden einstürzen
  • 340.000 Häuser würden teilweise beschädigt werden
  • 34.000 Menschen würden sterben und 114.000 verletzt werden
  • 1.710 Hektar durch Brände zerstört und mindestens 18.000 weitere Menschen getötet
  • Schwere Schäden an Brücken, Wasserversorgung, Stromleitungen und Kommunikationseinrichtungen

Die Studie warnte auch davor, dass Metro Manila aufgrund von eingestürzten Gebäuden, Bränden, Bodenverflüssigung und zerstörten Straßen in vier isolierte Sektoren geteilt werden könnte, was Evakuierungen und Rettungsmaßnahmen extrem erschweren würde.

Das Erdbeben in Cebu erinnert daran, was in einer größeren, dichter besiedelten und komplexeren städtischen Umgebung wie Metro Manila passieren könnte.

Da die Bevölkerung heute bei etwa 15 Millionen liegt, gegenüber 10 Millionen zum Zeitpunkt der MMEIRS-Studie, könnten die potenziellen Auswirkungen eines schweren Erdbebens noch größer sein.

Solidum erinnerte die Einwohner von Metro Manila daran, dass die Vorbereitung auf individueller und kommunaler Ebene beginnt.

„Es sind ernsthafte Anstrengungen erforderlich … Ihre Familie, Sie selbst und die Gemeinschaft sollten sicherstellen, dass wir immer vorbereitet sind. Denn ein Erdbeben ist kein Ereignis, auf das man sich leicht vorbereiten kann, aber man kann sich darauf vorbereiten, indem man sicherstellt, dass unsere Häuser, unsere Infrastruktur und die Orte, die wir besuchen, wie Kirchen oder Einkaufszentren, erdbebensicher sind, sagte er.

Zwar lassen sich Erdbeben nicht verhindern, doch laut Solidum können ihre Auswirkungen durch die Einhaltung von Baunormen, die Nachrüstung alter Gebäude und regelmäßige Notfallübungen gemildert werden.

https://mb.com.ph/2025/10/03/cebu-quake-revives-fears-of-metro-manilas-big-one

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Spannend ist wirklich der Marikina Graben. Die Erkenntnisse über die Gefährlichkeit dieses sehr lokalen Spannungsbereichs basieren auf Untersuchungen von 2010/11. Demnach könnte das wirklich dort richtig böse rumpeln. Ein guter deutscher Freund in La Union ist Geologe und hat auch für Philvolcs gearbeitet. Er neigt nicht zu Dramatik, aber er sagt, dass an diesem Ort viele sehr ungünstige Faktoren zusammenkommen: 1. Kein Spannungsabbau seit längerer Zeit. 2. Spannung in geringer Tiefe. 3. Extreme Besiedlung, mit allem was auf den Philippinen dazu kommt…

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Ich muss ehrlich sagen dass ich froh bin dass wir in Zamboanga City wohnen! Als erstes schon mal keine Taifune, ja schwerer Regen und Wind der in manchen Bereichen die üblichen Überschwemmungen auslöst. Zum Glück bei uns nicht. Erdbeben können klar auch passieren. Das Einzige dass wir in all den Jahren erlebt haben hatte die Stärke 6. Wir waren schon im Bett und ich dachte wir haben ein Wasserbett :grin: War aber nur kurz.

Bei dem Beben auf der Schwäbischwen Alb 1978 fühlte ich es stärker. Es fielen Bücher aus dem Regal und das Hochhaus hat ganz schön geschwankt.

Klar, ganz sicher ist man hier nie!

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