Kleine MOMENTE


Dieses Titelbild wurde mit einer KI erstellt

Es gibt auf den Philippinen viele Dinge, über die man einen langen Beitrag schreiben kann.

Über Kirchen, Märkte, Geschichte, Essen, Handwerk oder die großen Städte.

Aber manchmal braucht es gar nicht so viel.

Manchmal reicht ein kleiner Augenblick, den man zufällig mit der Kamera festhält.

Ein Mensch, der irgendwo wartet.
Eine kurze Unterhaltung am Straßenrand.
Ein Arbeiter bei einer Pause.
Ein Verkaufsstand, an dem gerade niemand etwas kauft.
Oder einfach nur zwei Menschen, die unter einem Baum sitzen.

Solche Augenblicke sind für mich inzwischen ein ebenso wichtiger Teil meiner Beobachtungen auf den Philippinen wie die großen und bekannten Sehenswürdigkeiten.

Ich möchte deshalb in loser Folge einige dieser kleinen „MOMENTE“ zeigen.

Keine besonderen Sehenswürdigkeiten und keine gestellten Fotos.

Einfach kleine Geschichten aus dem ganz normalen philippinischen Alltag.

Vielleicht sind es gerade diese unscheinbaren Augenblicke, an die man sich später am liebsten erinnert.

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MOMENTE – Ein Eis, drei Töpfe und ein Stück Barangay

Manchmal muss man gar nicht auf der Suche nach einer Geschichte sein. Man fährt einfach eine Barangaystraße hinauf und findet sie am Straßenrand.

Dieser kleine Moment entstand in Barangay Mayabon bei Zamboanguita, auf der Bergstraße in Richtung Barangay Najandig.

Viel ist hier nicht los. Die Straße führt weiter hinauf in die Berge, Häuser liegen teilweise etwas zurückgesetzt, und der Verkehr hält sich in Grenzen.

Und dann steht da ein kleiner Eiswagen.


Kein großer Verkaufsstand, kein Schild und keine Werbung. Nur ein Mann mit seinem kleinen Behälter, der darauf wartet, dass jemand Appetit auf etwas Kaltes bekommt.

Ich habe ihn einmal aus der einen Richtung fotografiert und dann noch einmal in die andere Richtung. Eigentlich sieht man dabei fast dasselbe – und doch erzählen die beiden Bilder etwas anderes.

Denn der Eisverkäufer ist hier nicht vor einer Sehenswürdigkeit unterwegs. Er ist einfach Teil dieser Straße und dieses ganz normalen Barangay-Alltags.

Ein Stück weiter fällt dann ein anderer kleiner Verkaufsplatz auf.


Das Haus der älteren Frau liegt etwas abseits der Straße. Vor ihrem kleinen Stand stehen drei Töpfe. Mehr braucht es offenbar nicht.

Drei Töpfe – und für denjenigen, der gerade Hunger hat, die Frage: Was gibt es heute?

Eine Frau kommt mit ihrem kleinen Sohn. Die Mutter entscheidet sich für eine Portion. Die ältere Verkäuferin füllt das Essen vorsichtig in einen dünnen Plastikschlauch.

Ein ganz gewöhnlicher Vorgang.

Dann wird bezahlt und die Kundin geht wieder ihres Weges.

Keine große Marktveranstaltung, kein Restaurant und kein aufwendig eingerichteter Verkaufsstand.

Nur eine ältere Frau vor ihrem Haus, drei Töpfe mit Essen, eine Kundin mit ihrem Kind – und irgendwo weiter unten auf der Straße ein Mann mit einem kleinen Eiswagen.

Vielleicht ist genau das für mich ein Stück Philippinen.

Nicht das, was man in einem Reiseführer sucht.

Sondern das, was man sieht, wenn man einfach langsam genug unterwegs ist, um es zu bemerken.

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MOMENTE – Wenn ein Jeepney eigentlich schon voll ist

Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um einen kleinen Moment festzuhalten, der einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Diese beiden Fotos entstanden aus dem Auto heraus auf der Straße von Dumaguete nach Valencia. Vor uns fuhr ein Jeepney, der offensichtlich schon ziemlich gut ausgelastet war.

Oder anders gesagt: Der Innenraum war voll. Und trotzdem schien man noch Möglichkeiten zu finden.

Besonders auffällig sind zwei junge Männer, die links und rechts außen neben dem hinteren Einstieg sitzen und sich praktisch gegenüber sitzen. Dort, wo normalerweise der Conductor seinen Platz hat oder das Gepäck verstaut wird, haben es sich die beiden gemütlich gemacht.

Ein etwas ungewöhnlicher Platz – aber offenbar einer, der sich für eine Fahrt eignet.

Im Mittelgang des Jeepneys sitzt außerdem eine Frau, die geradewegs in meine Kamera schaut. Sie scheint sehr genau zu wissen, dass ich sie fotografiere.

Und dann lohnt sich der Blick auf die andere Seite der Straße.

Auf dem ersten Foto kommt uns ein großer Lkw entgegen, dahinter mehrere Motorräder.

Auf dem zweiten Bild hat sich die Szene schon wieder verändert. Jetzt sind mehrere Motorräder zu sehen – und beim vordersten fällt besonders das kleine Kind auf, das ganz vorne am Lenker sitzt.

Zwei Fotos, fast derselbe Augenblick und doch nicht ganz dieselbe Geschichte.


Vielleicht ist das genau das Schöne an solchen Momentaufnahmen auf den Philippinen. Man glaubt zunächst, nur einen vollgepackten Jeepney fotografiert zu haben.

Aber wenn man etwas genauer hinsieht, entdeckt man plötzlich die beiden Männer außerhalb des Jeepneys, die Frau im Mittelgang, den Blick direkt in die Kamera – und auf der anderen Straßenseite gleich die nächste kleine Szene.

Man muss manchmal einfach nur hinter einem Jeepney herfahren und die Augen offen halten.

Und natürlich fragt man sich unweigerlich:

Wie viele Menschen passen eigentlich noch in diesen Jeepney?

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Rambutan-Saison vor der Fish Landing Area

Manchmal braucht es nicht mehr als 25 Sekunden, um einen kleinen Einblick in den Alltag auf den Philippinen zu bekommen.

Vor der Fish Landing Area an der Colon Street in Dumaguete steht ein kleines Multicab. Auf seiner Ladefläche liegt eine große Menge Rambutan. Die Früchte werden hier direkt am Straßenrand verkauft.

Noch liegen die Pflückgeräte auf dem Multicab – ein kleines Detail, das zu diesem ungewöhnlichen Verkaufsplatz gehört.

Die Käufer nehmen ganz unterschiedliche Mengen mit: Einige kaufen größere Mengen für den Weiterverkauf, andere nur eine kleine Menge für den eigenen Haushalt.

So sieht saisonaler Straßenverkauf in Dumaguete aus:
Ein Multicab, eine Ladung Rambutan, Pflückgeräte auf der Ladefläche und Kunden, die sich ihre gewünschte Menge aussuchen.

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Ein Lenkrad am Fahrrad?

Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge am Straßenrand, die einen zweiten Blick wert sind.

Dieses BMX-Fahrrad lehnt hier ganz unscheinbar an einem Zaun. Auf den ersten Blick nichts Besonderes – bis man sich den Lenker etwas genauer anschaut. Denn dort, wo man bei einem Fahrrad normalerweise einen klassischen Lenker erwartet, befindet sich ein altes Autolenkrad.

Solche ungewöhnlichen Konstruktionen sind bei den einfachen Sikads auf den Philippinen durchaus zu sehen. Ein Sikad – auch Trisikad oder Padyak genannt – entsteht, wenn an ein Fahrrad ein seitlicher Fahrgast- oder Transportwagen montiert wird. Damit wird aus dem Fahrrad ein dreirädriges, ausschließlich durch Muskelkraft angetriebenes Fahrzeug.

Ob dieses BMX hier tatsächlich normalerweise mit einem solchen Seitenwagen unterwegs ist, lässt sich vom Foto natürlich nicht sagen. Vielleicht wird es gerade nur privat als Fahrrad benutzt. Vielleicht wartet der Seitenwagen irgendwo auf seinen nächsten Einsatz.

Interessant ist aber die Frage, warum bei manchen Sikads überhaupt ein Autolenkrad anstelle eines Fahrradlenkers verwendet wird.

Eine mögliche Erklärung ist ganz einfach die Hebelwirkung. Ein größeres Lenkrad bietet andere Griffmöglichkeiten und kann bei einem schwereren Fahrrad mit seitlich montiertem Wagen eine kräftigere Lenkbewegung ermöglichen. Besonders bei einem beladenen Sikad wirken andere Kräfte auf das Vorderrad als bei einem normalen Fahrrad. Ob das im konkreten Fall tatsächlich der Grund für die Konstruktion ist, lässt sich allerdings nicht sagen.

Und natürlich gibt es noch die typisch philippinische praktische Seite: Was vorhanden ist und sich verwenden lässt, wird eben verwendet. Ein ausgedientes Autolenkrad muss nicht automatisch auf dem Schrottplatz landen.

So wird aus einem alten Lenkrad, einem BMX-Rahmen und einem möglicherweise dazugehörigen Seitenwagen eine ganz eigene Form von Alltagsfahrzeug.

Ein kleines Beispiel dafür, wie unterschiedlich ein Fahrrad aussehen kann, wenn es nicht nur zum Fahrradfahren gedacht ist.

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