Kennon Road – Die historische Bergstraße nach Baguio


Dieses Titelbild wurde mit einer KI erstellt und stellt nicht die Wirklichkeit dar

Wer von den Tiefländern Luzons hinauf nach Baguio fährt, hat heute mehrere Möglichkeiten. Eine der bekanntesten und geschichtsträchtigsten ist jedoch die Kennon Road. Die etwa 33 Kilometer lange Bergstraße verbindet Rosario in der Provinz La Union mit Baguio City und führt dabei durch eine eindrucksvolle Landschaft der Cordillera Central.

Heute ist die Kennon Road vor allem für ihre engen Kurven, steilen Berghänge, Wasserfälle und spektakulären Ausblicke bekannt. Ihre Geschichte reicht jedoch mehr als hundert Jahre zurück und ist eng mit der Entwicklung Baguio Citys verbunden.

Eine Straße, die Baguio erschließen sollte

Bevor es eine befahrbare Straße gab, war Baguio von den westlichen Tiefländern aus nur schwer erreichbar. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau in rund 1.500 Metern Höhe. Während der spanischen Kolonialzeit war die Gegend deshalb vergleichsweise abgelegen.

Das änderte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach der Übernahme der Philippinen durch die Vereinigten Staaten wurde Baguio von der amerikanischen Kolonialverwaltung als Bergstation und Erholungsort ausgebaut. Das angenehmere Klima in der Höhe machte den Ort besonders für die amerikanische Bevölkerung attraktiv.

Damit Baguio erreichbar werden konnte, musste eine Straße durch das zerklüftete Gelände der Cordillera gebaut werden.


Bildnachweis: Facebook-Fund ohne Zugehörigkeit

Die Arbeiten begannen 1901 und waren für die damalige Zeit ein gewaltiges Bauprojekt. Die Route musste durch steile Berghänge, Schluchten und felsiges Gelände geführt werden. Brücken und Stützmauern waren notwendig, und viele Abschnitte mussten regelrecht aus dem Berg herausgearbeitet werden.

Benannt nach einem amerikanischen Gouverneur

Ursprünglich wurde die Straße als Benguet Road bezeichnet. Später erhielt sie den Namen Kennon Road nach John J. Kennon, einem amerikanischen Ingenieur und Offizier, der maßgeblich an der Planung und Durchführung des Straßenprojekts beteiligt war.

Kennon war mit der schwierigen Aufgabe betraut, eine praktikable Verbindung zwischen dem Tiefland und Baguio herzustellen. Die Straße wurde schließlich 1903 fertiggestellt.

Damit war Baguio wesentlich leichter erreichbar geworden.


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Die Fertigstellung der Straße war ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Stadt. Baguio entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem bedeutenden Bergort, Verwaltungszentrum und später zu einem der bekanntesten Reiseziele der Philippinen.

Ein Bauprojekt mit einem hohen Preis

Die Geschichte der Kennon Road hat allerdings auch eine sehr viel dunklere Seite.

Der Bau der Straße war unter den damaligen Bedingungen außerordentlich gefährlich. Arbeiter mussten in schwierigstem Gelände Felsen bearbeiten, Hänge sichern und Brücken errichten. Krankheiten, Unfälle und die schwierigen Arbeitsbedingungen forderten zahlreiche Menschenleben.

Unter den Arbeitern waren Menschen aus verschiedenen Teilen der Philippinen und Angehörige der indigenen Bevölkerungsgruppen der Cordillera, die heute allgemein unter dem Sammelbegriff Igorot zusammengefasst werden. Hinzu kamen ausländische Arbeitskräfte, unter anderem chinesische Arbeiter.

Gerade bei einem historischen Thema ist es wichtig, zwischen diesen Gruppen nicht den Eindruck zu erwecken, die Igorots seien eine Bevölkerungsgruppe außerhalb der philippinischen Bevölkerung gewesen. Die Igorot-Völker sind die indigenen Bevölkerungsgruppen der Cordillera in Nord-Luzon und leben dort seit langer Zeit.

Die genaue Zahl der Menschen, die während des Baus der Straße ums Leben kamen, wird in historischen Darstellungen unterschiedlich angegeben. Unbestritten ist jedoch, dass der Bau unter äußerst schwierigen Bedingungen stattfand und zahlreiche Arbeiter ihr Leben verloren.

Die Kennon Road ist deshalb nicht nur ein Beispiel für die Ingenieursleistung ihrer Zeit, sondern auch ein Zeugnis der menschlichen Kosten der kolonialen Erschließung der Cordillera.


Bildnachweis: https://northluzon.politiko.com.ph/

Durch die Schluchten der Cordillera

Wer die Straße heute befährt, bekommt einen Eindruck davon, warum ihr Bau so schwierig war.

Von Rosario aus steigt die Straße zunächst durch das Bergland an. Je höher man kommt, desto stärker verändert sich die Landschaft. Die tropische Vegetation des Tieflandes geht allmählich in die Berglandschaft der Cordillera über.

Die Straße folgt dem Gelände und führt durch zahlreiche Kurven. Felswände stehen teilweise unmittelbar neben der Fahrbahn, während sich auf der anderen Seite tiefe Schluchten öffnen.


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Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke ist der Baguio Welcome Arch, der den Beginn beziehungsweise die Nähe zum Stadtgebiet von Baguio markiert.

Besonders bekannt ist außerdem der Colorado Falls beziehungsweise der Bereich um die verschiedenen Wasserfälle entlang der Strecke. Das Wasser kommt aus den Bergen und stürzt an mehreren Stellen über die Felsen hinunter.

Der Lion’s Head

Zu den ungewöhnlichsten Wahrzeichen der Kennon Road gehört der Lion’s Head.


Bildnachweis: https://newsinfo.inquirer.net/

Die riesige Löwenfigur wurde in den Fels oberhalb der Straße gemeißelt und ist inzwischen zu einem bekannten Fotomotiv geworden. Sie steht ungefähr auf halber Strecke zwischen Rosario und Baguio.

Der Löwenkopf entstand ursprünglich als Projekt der Benguet Lion’s Club und wurde in den 1970er-Jahren errichtet. Heute gehört er zu den bekanntesten Symbolen der Kennon Road.

Für viele Reisende bedeutet der Lion’s Head auch ganz einfach: Baguio ist nicht mehr weit.

Die Straße und die Naturgewalten

Die Kennon Road hat allerdings einen Nachteil, der sich aus ihrer Lage unmittelbar ergibt.

Die Straße verläuft durch ein geologisch schwieriges und steiles Berggebiet. Starker Regen, Taifune und Erdrutsche können deshalb immer wieder Schäden verursachen.

Bildnachweis links: Philippine News Agency’s Post
Bildnachweis rechts: Facebook - IA Benguet

Steinschlag und Erdrutsche gehören zu den größten Problemen. Nach besonders starken Regenfällen kann die Straße teilweise oder vollständig gesperrt werden. In der Vergangenheit wurde die Kennon Road deshalb mehrfach wegen Reparaturarbeiten geschlossen.

Für die Behörden ist die Instandhaltung eine permanente Herausforderung. Stützmauern müssen erneuert, beschädigte Straßenabschnitte repariert und Hänge gesichert werden.

Für Autofahrer bedeutet das, dass eine Fahrt über die Kennon Road nicht immer selbstverständlich ist. Vor einer Reise sollte man sich über den aktuellen Zustand der Straße informieren.

Kennon Road oder Marcos Highway?

Heute gibt es neben der Kennon Road eine weitere wichtige Verbindung nach Baguio: den Marcos Highway, der offiziell Aspiras–Palispis Highway heißt.

Der Marcos Highway ist länger und führt über eine andere Route durch die Berge. Er wird häufig als alternative Verbindung genutzt, insbesondere wenn die Kennon Road wegen Wartungsarbeiten, Erdrutschen oder anderer Probleme geschlossen ist.

Trotzdem hat die Kennon Road ihren besonderen Stellenwert behalten.

Sie ist die historische Verbindung nach Baguio und bietet auf relativ kurzer Strecke einen sehr unmittelbaren Eindruck von der Landschaft der Cordillera.

Eine Straße mit Geschichte

Die Kennon Road ist heute längst keine technische Sensation mehr. Moderne Fahrzeuge fahren auf einer Straße, die mehr als ein Jahrhundert alt ist, und Baguio ist inzwischen über mehrere Straßen erreichbar.

Trotzdem ist die historische Bedeutung der Kennon Road nicht verschwunden.

Sie war eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Baguio zu dem Ort werden konnte, der es heute ist. Mit dem Bau der Straße wurde die isolierte Bergregion stärker mit den Tiefländern verbunden. Menschen, Waren und später auch Touristen konnten wesentlich leichter nach Baguio gelangen.

Gleichzeitig erinnert die Straße daran, dass die Erschließung der philippinischen Bergregionen während der amerikanischen Kolonialzeit keineswegs nur aus technischen Erfolgen bestand. Hinter den imposanten Bauwerken standen Menschen, die unter schwierigen und teilweise lebensgefährlichen Bedingungen arbeiteten.

Eine wichtige Verkehrsverbindung bis heute

Trotz ihrer historischen Bedeutung ist die Kennon Road keineswegs nur eine Straße für Touristen und Ausflügler. Sie ist bis heute eine wichtige Verbindung zwischen dem Tiefland und Baguio.


Bildnachweis: https://www.sunstar.com.ph/

Täglich nutzen sie Pendler, Anwohner, Busse, Lieferfahrzeuge und Lastwagen. Über sie gelangen Lebensmittel und andere Waren aus den tiefer gelegenen Regionen in die Bergstadt, während landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Cordillera in Richtung Tiefland transportiert werden.

Für die Menschen in den Orten entlang der Strecke ist die Straße Teil ihres normalen Alltags. Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel verbinden die Bergregion mit den Städten und Gemeinden im Tiefland. Gleichzeitig nutzen zahlreiche private Fahrzeuge die Kennon Road, um nach Baguio zu gelangen.

Ihre Bedeutung wird besonders deutlich, wenn die Straße wegen eines Erdrutsches, starker Regenfälle oder Reparaturarbeiten gesperrt werden muss. Dann müssen Fahrzeuge häufig auf andere Zufahrtsstraßen nach Baguio ausweichen. Der Verkehr verteilt sich dadurch auf die alternativen Routen, was insbesondere an stark frequentierten Tagen zu längeren Fahrzeiten führen kann.

Die Kennon Road ist damit auch heute noch mehr als ein historisches Bauwerk. Sie ist eine lebendige Verkehrsverbindung, von der die Bewohner der Cordillera und Baguio ebenso abhängig sind wie der Handel und der Tourismus.

Gerade diese Verbindung von Geschichte und alltäglicher Nutzung macht die Kennon Road interessant. Mehr als 120 Jahre nach ihrer Fertigstellung erfüllt sie noch immer die grundlegende Aufgabe, für die sie einst gebaut wurde: Sie verbindet Baguio mit dem Tiefland.

Eine historische Straße, die weiterlebt

Wer heute auf der Kennon Road unterwegs ist, sieht zunächst eine kurvenreiche Bergstraße mit spektakulärer Landschaft. Doch hinter den Felsen, Brücken und Wasserfällen steckt ein wichtiges Stück philippinischer Geschichte.

Die Straße verbindet nicht nur Rosario mit Baguio. Sie verbindet auch zwei sehr unterschiedliche Zeiten: die koloniale Erschließung der Cordillera vor mehr als hundert Jahren und das moderne Baguio, das heute Millionen von Besuchern aus den Philippinen und dem Ausland empfängt.

Vielleicht liegt gerade darin der besondere Reiz der Kennon Road. Sie ist keine künstlich angelegte Sehenswürdigkeit, sondern eine tatsächlich genutzte Straße, deren Geschichte noch immer in ihrer Streckenführung, den Felswänden und den alten Bauwerken sichtbar ist.

Wer sie befährt, fährt damit gewissermaßen auf einer historischen Route durch die Berge – einer Straße, die Baguio mit der Außenwelt verbunden und die Entwicklung der Stadt entscheidend mitgeprägt hat.

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War mal schön. Heute nur endloser Stau, das geht soweit daß während der holy week der Verehr wechselweise nur in eine Richtung erlaubt ist! Aber auch ansonsten, weil jeder Trottel am Löwenkopf stehenbleibne muß zum Foto schießen, da zieht sich der Stau immer kilometerweit. Und beim Rückweg muß man natürlich nochmal Fotos machen… Ich sag unseren Kunden immer, fahrt außen rum, da habt ihr mehr Spaß.

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Meinst du damit andere Strassen nach Baguio? z.B. die Naguilian Strasse

Nein, eher den Marcos Highway (Aspiras-Palispis Highway): Dies ist die wichtigste, breiteste und sicherste Route nach Baguio. Sie beginnt in Agoo (La Union) an der Westküste und führt von Süden/Südwesten in die Bergstadt. Große Reisebusse und LKWs nutzen fast ausschließlich diese gut ausgebaute Straße, da sie auch bei Regen weitaus weniger anfällig für Erdrutsche ist als die Kennon Road.

Die Naguilian Road ist spannend. Aber genauso überlastet. Immerhin weniger Manila Touristen.

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Ich war Anfang 2022 in Baguio, da war der Zutritt noch reglementiert – ein Rest der Pandemie. Das war ganz schön, ich will da aber jetzt nicht mehr hin. Stress und Stau kann ich auch zuhause haben, und wenn ich es kalt haben will dann vielleicht lieber nach Japan. Oder in ein weniger stressiges Gebiet, aber nachdem man jetzt auch auf den Expressways nicht mehr vorankommt vergeht mir die Lust.

Kennon Road war damals auf dem Rückweg gesperrt, wegen Regen und land slides. Wir sind dann den Markos Highway gefahren und selbst dort gingen ab und zu mal ein paar „Steinflüsse“ über die Strasse. (Unmengen von Wasser, die bis zu faustgrosse Steine mit sich führten)

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Wir sind die Kennon Road vergangenes Jahr in der Vorweihnachtszeit gefahren. Die Landschaft ist in der Tat sehr schön aber auch wir hatten einen Erdrutsch auf der Strecke und der Verkehr wurde über den abgerutschten Geröllhaufen geleitet, was etwas abenteurlich war.
Auch unsere Family wollte natürlich am „Lionhead“ anhalten, was aber problemlos ging, da es dort einen recht großen Parkplatz gibt. Der Verkehr war trotz Vorweihnachtszeit erträglich. Im Stau standen wir eigentlich nirgends. Ob ich das noch einmal machen würde, weiss ich nicht, zumal die Gefahr von einem Erdrutsch erwischt zu werden offenbar real ist. Zudem hat uns Baguio letztendlich nicht besonders gut gefallen. Der Verkehr ist dort schon nervig und die Attraktivität der „Sehenswürdigkeiten“ halten sich für jemanden, der doch etwas in der Welt herumkommt in Grenzen. Der Family und besonders unsere acht Enkelkindern hat es indes gut gefallen und das ist die Hauptsache. Auf dem Rückweg sind wir wieder die Kennon Road gefahren und haben reichlich Obst und Gemüse bei den zahlreichen an der Straße gelegenen Stores gekauft.

Wie @eintakter schon sagte, die Strasse ist was für die Road Trip Manila SUVler auf der Suche nach Löwenköpfen und Erdbeeren. Das ist so Klischee-Tourismus, Westler fahren da wegen ihrer Frauen hin. Dann gibt es natürlich noch den „normalen“ Verkehr…

Für La Union war Baguio imner die nächste wichtigste Stadt, Anfahrt über die Naguilian Road. Die Strasse bin ich oft gefahren. Heute gibt es alles Wichtige im Flachland, da muss man nicht mehr in die Berge.

Vor 20 Jahren habe ich Baguio mal hier und da zum Spass gemacht, Kaffee, Essen, Park, Base… Der Verkehr hat das Thema dann erledigt. Ich war da seit zehn Jahren nicht mehr und werde es mir auch nicht mehr geben.