Ja wir sind nach fast 2 Jahren Suche nun endlich fündig geworden und haben ein Grundstück auf der Insel Guimaras gefunden.
Wohl nicht am Strand wie ursprünglich gesucht, den Sunset wohl vor der Nase, aber nicht mehr wie geplant so schön mit dem glühenden Sonnenball im Meer versinkend, aber immerhin. Aber dafür erhöht mit schönem „Overlooking“ Blick in den Osten zum Sonnenaufgang und wie schon gesagt, auch etwas in den Nordwesten mit der Sonne dann hinter dem letzen Hügel vor dem Meer verschwindend.
Das Budget wurde gehalten, die Grundstücksgröße hat sich aber vervielfacht.
Hier ein paar erste Eindrücke - es war nicht das beste Wetter, aber gibt einen ersten Eindruck.
Das Grundstück hat eine ca. 100 Meter lange Straßenseite und ist and 2 Punkten praktisch ebenerdig zu betreten / zu befahren, was die Erschließung später erleichtern wird.
Nachdem wir uns für dieses Grundstück entschieden hatten, wurde uns eröffnet, das es ein alter Mothertitle ist - FCKW!. Also muss viel mehr bedacht werden.
Deswegen zuerst einmal den Preis nachverhandelt und ein Treffen mit den ganzen Erben - sind zum Glück nur 3 - einberufen, um auch von allen zumindest schon mal die mündliche Zusage zum neuen Preis zu erhalten.
Aktion geglückt, 20% Nachlass und gleich den nächsten Schritt - neue Vermessung mit gleichzeitiger topographischer Vermessung und Setzung neuer Mohons - in die Wege geleitet. Als Bekräftigung, das wir unsere Kaufabsicht auch ernst meinen, 50 % der Kosten zugesagt, was für uns dann 20.000 Peso sind.
Letztes Wochenende stand dann die Vermessung an, wir sind auch wieder auf die Insel gereist um an beiden Tagen anwesend zu sein und evtl. Abweichungen vom gezeigten Lageplan auch gleich vor Ort mit dem Vermessungsingenieur besprechen zu können.
Und ja es gab ein paar kleine Abweichungen - auf der einen Grundstücksseite war der alte Mohon zu weit im Nachbargrundstück gesetzt worden, an der Hangseite reichte das Grundstück weiter den Hang hinunter als zuvor angenommen.
Straßenseite des Grundstückes, Ankunft Vermessungsingenieur und Team, Kalibrieren der Station in der Mitte des Grundstückes.
Danach ging es darum, die gesamten Grenzen und auch die Topographie zu vermessen, also musste das Team die gesamte Grundstücksgrenze entlang und zick-zack den Hang rauf und runter Punkte für die Datenkarte sammeln, ich immer dabei.
Auf dieser Begehung dann auch festgestellt, das eine der Aussengrenzen ein wasserführender Creek ist, im oberen Teil wohl in den Sommermonaten trocken, im unteren Bereich aber ganzjährig mit Wasser versehen.
Wo später Mohons gesetzt werden mussten, wurde Stöcke in den Boden gesteckt und mit roter Farbe markiert.
Am nächsten Tag wurmende Mohons angeliefert und während das Team noch Punkte für die topographische Karte sammelte, wurden die Mohons nacheinander gesetzt.
mega freue mich total für dich @Guimaras das sieht auf den Bildern wie ein richtiges Sahnestück aus!!! Der Neid ist bei dir! Vor allem auf dem zweiten Bild mit den Vermessungsdingern sieht man Richtig geil das Meer wie im Bilderbuch was wirklich bei vielen Holiday-Filmen gleichzusetzen ist! Ich hoffe ich mit meiner fiancé werden so ein Grundstück dort drüben uns auch mal holen. Dann aber auch wie du wolltest mit Meer zugang da ich als Taucher das will
Aber pass auf bei den Standgrundstücken - viele sind zu klein (die Easementzone herausgerechnet) um dann noch vernünftig was bauen zu können oder wenn die die Entsprechende Größe haben, dann halt auch viel zu teuer. Hatte Grundstücke auf Guimaras die waren 1000 m2 groß und die bebaubare Fläche nach DENR dann nur noch ca. 300 m2 für alles - Zufahrt, Haus, Garten, Pool, Garage, etc und mehr dürfte man offiziell auch nicht umzäunen.
Schönes Stück. Die Straße sieht auch gut aus. Für den Fall, dass die mal breiter gemacht werden soll, würde ich entsprechend vorbeugen bei Zaun oder Mauer.
Ja die Straße wurde vor 2 Jahren gebaut. Da der südliche Teil der Circumferential Road ab dem nächsten Jahr auch ganz auf 4 Spuren ausgebaut werden soll und somit da dann ein längeres Baustellenbedingtes Nadelöhr entstehen wird, hat man diese Straße schon Betoniert, um eine Ausweichstrecke zu schaffen - uns kommt es wohl zu gute.
So gestern dann den nächsten Punkt abgehakt. Ich hatte per Ai aber auch per serönlicher Empfehlung hier eine Anwaltskanzlei gesucht, die alle in der nahen und mittleren Zukunft anstehenden anwaltlichen Beratungen und Tätigkeiten übernehmen kann und dies geht ja weit über den eigentlichen Grundstückskauf hinaus.
Über beide Quellen auf die gleiche Kanzlei gekommen, die JALBUNA, CATALUÑA and NUÑEZ Law Firm (JCN Lawyers) in Iloilo Propper.
Also hatte ich am Sonntag ein Briefingsdokument, aufgeteilt in all die demnächst abzuarbeitenden Themen, zusammengestellt und per email mit Terminanfrage für ein erstes Beratungsgespräch geschickt. Da mein Briefing insgesamt aus 13 Seiten ( 6 sich teilweise überschneidende Themenkreise) bestand, erwartete ich keine sehr schnelle Rückmeldung, aber gestern Morgen schon kam eine Email mit einem Terminvorschlag noch für den gleichen Tag.
Also aufgemacht und die Kanzlei direkt nach unserem Banktermin besucht.
Raymond Chandlers Detektiv Philip Marlowe residiert fürstlich im Vergleich mit der Kanzlei - aber wir sind ja auf den Philippinen und nicht in Europa oder den USA. Hier ein Paar Bilder vom Gebäude, Aufgang und Empfangsraum - im ca. 8m2 großen Büro der Anwältin durfte ich leider kein Foto machen.
Wir sind mein Briefing zusammen durchgegangen, sie wird es die Tage in eine anwaltliche Form und ein Retainer-Angebot umschreiben und mir spätestens am Freitag wieder zukommen lassen. Dann wird es nächste Woche den ersten wirklichen Termin zu den dringend anstehenden Grundstückfragen geben - sofern wir uns auf eine vernünftige Retainerfee einigen können.
Einen anwaltlichen Rat gab sie mir aber schon auf den Weg: um alles für die Bezahlung des Landkaufes vorzubereiten, sollten wir ein gemeinsames Konto eröffnen, bei dem zwingend beide Einzelzugriff haben sollten. Mein Geld aus D wird dann direkt auf dieses Konto überwiesen und Maria wird von diesem Konto aus dann die Bezahlung des Kaufpreises vornehmen (dies muss zwingend von ihr ausgeführt werden und nicht von mir oder beiden).
So wären wir auch gegen Vorwürfe bzgl. des Anit-Dummy-Laws, etc. abgesichert, da durch dieses gemeinsame Konto welches nur für den „gemeinsamen“ Erwerb und die Bebauung des Grundstückes genutzt würde dokumentiert sei, dass ich das Geld für den gemeinsamen Kauf und für keine anderen Zwecke zur Verfügung stelle und durch die Überweisung dann ausgeführt von Maria alleine, wäre auch dokumentiert, das sie die alleinige Handlungsvollmacht für die Bezahlung hätte.
Na wir werden ihren Rat wohl befolgen und dann noch ein zusätzliches Konto auf unserer beiden Namen eröffnen.
So nun mal mit Rechtsanwalt und auch Banken - sowohl die Security Bank hier auf den Philippinen, wie auch Wise (bei denen ich ja ein Eurokonto habe (Belgien), wie aber auch ein Pesokonto der Wise Pilipinas) alles abgeklärt für den Geldtransfer aus Europa auf die Philippinen für den gemeinsamen Erwerb eines Grundstückes.
Rechtsanwalt und Security Bank rieten mir beide, ein zusätzliches Gemeinschaftskonto mit Maria zu eröffne - also ein sogenannte „or“ Konto, welches besagt, das beide alleine die Berechtigung haben das Konto zu führen.
Warum ein shared Konto: hier geht es einmal um das sogenannte „Anti-Dummy-Law“ aber auch die Money Laundery Verhinderung seitens der philippinischen Seite.
Dadurch das ich auch eine alleinig Kontovollmacht für das Konto besitze (alleinig ist entscheidend) bin ich immer noch „Besitzer“ des Geldes. Also für die hiesigen Banken und Behörden hab ich von meinem deutschen Konto Geld auf mein philippinisches Konto überwiesen und nicht an eine dritte Partei.
Damit man nicht in die Räder des Anti-Dummy-Laws gerät, sollte auf jeder der Überweisung genau stehen, für was der Betrag ins Land überwiesen wird. Also z.B.
„Capital Deposit for Joint Account - Real Estate Investment Guimaras“ oder „Personal Loan Deposit to Joint Account for Property Acquisition“ - je nachdem wie man das finale Konstrukt aufsetzt.
Die Überweisung an den Verkäufer sollte dann von mir ausgeführt werden - damit ich auch nachweisen kann, bis zur finalen Bezahlung voll in die Kaufabwicklung aktiv eingebunden gewesen zu sein.
Auch zu beachten - man kann nicht einfach ein paar Millionen Pesos von Europa auf die Philippinen transferieren (ok man kann schon, das verzögert und erschwert aber das Ganze). Die tägliche Höchstgrenze liegt bei 500.000 Peso - alle Beträge darüber werden genauer überprüft. Allerdings kann es trotzdem noch bei weiteren Überweisungen in dieser Größenordnung zu einer genaueren Überprüfung kommen (vor allem wie ich zu dem Geld gekommen bin). Daher habe ich schon eine lückenlose Dokumentation vorbereitet, die ich der Security Bank vor der ersten größeren Überweisung zur Verfügung stellen werde, mit der Angabe der Gesamtsumme die in der nächsten Zeit auf dem Konto eingehen wird.
Wise teilte mir übrigens mit, das sie sehr wohl als Bank auf den Philippinen zugelassen sind, allerdings auf der untersten Stufen, d.h. nur als sogenanntes E-Wallet. Überweisung von diesem Konto sind auf den Philippinen dann auf 49.999,00 Peso pro Tag beschränkt - also fast so wie bei Maya oder Gcash.
So nun das erste wirklich große Meeting mit unserer Rechtsanwältin gehabt mit 2 Hauptthemen:
1.) die Retainerfees (Pauschalsummen für 6 verschiedene rechtliche Bereiche in den nächsten 12-18 Monaten).
Miit philippinischen Anwälten kann man ganz anders über Stundensätze und Pauschalsummen für einzelne rechtliche Themenkreise verhandeln, als ich es von Deutschland her kenne. Den ersten Themenkreis - Verträge für den Landkauf aufsetzen, Gespräche mit den Verkäufern, um alles (in hoffentlich unserem Sinnen) abzugleichen, beim Notarstermin als unsere rechtliche Vertreterin dabei zu sein und dann die einzelnen Meilensteine für die Teilzahlungen auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen - gleich mal um fast 50 % gedrückt und Botengänge, wie auch Fahrtkosten nach Guimaras inkludiert.
Alle anderen Themenkreise - da sind auch weitaus aufwändigere dabei - dann insgesamt um ca. 30 % reduziert und schon sind die geplanten Rechtsanwaltshonorare für die nächsten 18 Monate um knappe 350.000 Pesos weniger.
2.) Erstes großes Gespräch mit den Verkäufern (eine Erbengemeinschaft) um den Contract of Sale und den Deed of Sales Contract zu besprechen und grundsätzlich aufzusetzten und die Zahlungsmodalitäten festzuzurren.
Alles geklappt, wir zahlen nun
20% bei der notariellen Beurkundung des Deed of Sales
50 % wenn die Verkäufer nachweisen können, das sie alle Steuern ( Erbschaftsteuer, Capital Gains Tax und aktuelle jährliche Grundsteuer) bezahlt haben und somit das BIR von seiner Seite grünes Licht für die Ausstellung eines Titels geben wird.
Und die restlichen 30 % fließen erst, wenn wir unseren Titel in Händen halten - das kann ja etwas dauern.
Soweit bisher zufrieden, schauen wir mal, wie es weiter geht.
@Guimaras das schaut ja nach noch ziemlich „wild“ aus, welche Größe hat das Grundstück? Insbesondere musst du es ja noch komplett erschließen mit Kanalisation und Stromanschluss und Zufahrtsweg. Da hast du dir einiges vorgenommen und es wird dich mindestens die nächsten zwei Jahre auf Trab halten.
Das Ganze Grundstück ist ca. 2,5 Hektar. Davon sind ungefähr 8000 - 9000 m2 gut zu „gebrauchen“ der Rest dann doch etwas bis sehr steile Flanken, da lohnt es sich nicht baulich oder sonstwie aktiv zu werden.
Ja, das wird uns sicherlich knappe 2 Jahre auf Trab halten, aber als arbeitsloser Rentner habe ich ja Zeit - lach.
Geplant ist auch vollkommen autark dort sich einzurichten - also Rainwater Harvesting, Solarstrom, Grauwasseraufbereitung etc. Bin schon eifrig am Konzept tüffteln und vor allem auch Kostenstrukturen zu ermitteln.
Es ist schön, dass du deine Erfahrungen mit so einem großen Projekt mit uns teilst, davon können sicher auch andere Suchende profitieren.
Nur eine grundsätzliche Frage: warum kam für euch nur ein Kaufprojekt infrage und kein Mietobjekt; gibt es einfach zu wenig interessante Mietobjekte?
Kaufen bedeutet natürlich eine hohe Kapitalbindung bezogen auf die restliche Lebenserwartung, oder anders gesprochen: man muss schon sehr alt werden, damit die Summe der Mietzahlungen die Kapitalbindung übersteigt
Und wie werdet ihr das Verbot des Immobilienerwerbs durch Ausländer rechtlich lösen?
Ich wollte nach Guimaras und das sind Mietobjekte sehr wenige. Ausserdem dann in einem Stil, den ich nicht mag. Ich bevorzuge eine art von „Tropical Brutalism“ also Zement, Holz, Bambus als Hauptzutaten (jetzt nicht mit Bokbok Käfern oder Termiten kommen - da gibt es sichere Bamboolieferanten und Verarbeitungen)
Die meisten Wände werden im Cement-Bamboo Frame Technology (CBFT) Verfahren gebaut - absolut Taifunsicher bis zu 250 km/h, Erdbebensicher (Magnitude 7–8) und ca. 15-20% günstiger als bei einer konventionelle Stahlbetonskelett- und Beton-Hohlblockbauweise (Concrete Hollow Block - CHB)
Ausserdem bleiben die Räume in einem solchen Haus spürbar kühler (spart AC Stromkosten), der verbaute Bambus ist Termiten und Fäulnisssicher.
Auch spart diese Bauweise beim Bauen ca. 70% CO2 im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise (Betonskeltt und Hollowblocks) ein und über die Jahre werden durch die Raumklimabilanz ganze 9 Tonnen CO₂ dauerhaft eingespart. (Quelle: ETH Zürich - nicht unbedingt die unwichtigste Architektur Universität der Welt).
Lebensdauer: Offiziell sind diese Strukturen für eine Betriebsdauer von 50 bis 60 Jahren zertifiziert und getestet.
Da die vorbehandelten Bambusstämme als tragendes Skelett extrem leicht zu transportieren und wie ein modulares Stecksystem vor Ort extrem schnell mittels Metallverbindungen aufgerichtet werden, verkürzt sich die reine Rohbauzeit erheblich. Das langwierige Gießen, Ausschalen und Aushärten von schweren Betonpfeilern fällt weg, wodurch man im Schnitt 20 % bis 30 % der regulären Bauzeit einspart.
Das Verfahren wurde von der Base Bahay Foundation, Inc. (BASE) auf den Philippinen entwickelt, welche hierzu von der weltbekannten Hilti Foundation gefördert und wissenschaftlich unterstützt wurde.
Das System ist in den Philippinen sogar offiziell von der AITECH (Accreditation of Innovative Technologies for Housing) staatlich zertifiziert und zugelassen.
Ich leihe Maria das Geld und dafür wird eine Grundschuld eingetragen.
Wir gründen eine Gesellschaft und Maria verleast das Grundstück an diese Gesellschaft. Die Leasingrate ist aber bis zur vollständigen Bezahlung meines „Kredites“ an mich abgetreten.
Da es auch eine oder mehrere Ferienwohnungen geben soll (nicht ganz am Anfang, aber mittelfristig geplant) werden die Einnahmen dazu hergenommen, die Leasingrate zu begleichen, da an mich abgetreten, darf die Firma sie ohne Einhaltung der philippinischen Quellensteuer an mich auszahlen.
DAs wird dann aber nicht in Manila oder der Nähe von Manila sein, vermute ich mal.
Neben der häufig auf Guimaras noch unberührten Natur und dem ruhigen Landleben, mag ich die Insel sehr, da Iloilo und damit eine schnell aufstrebende „Großstadt“ wirklich um die Ecke ist - von dem Grundstück aus ca. 35 Minuten Autofahrt und 20 Minuten Fähre. Schau dir die Insel mal an - viel viel billiger (noch) als in vielen anderen Teilen der Philippinen.
Aber hast du einen lokalen Bau- bzw. Generalunternehmer, der auf Basis deiner Vorgaben auch fachmännisch bauen möchte? Nach meiner Erfahrung verbauen die lokalen Unternehmer ja eher billiges Material von ihren eigenen Bezugsquellen, da dies natürlich auch eine Profit Quelle ist. Stelle ich mir schwierig vor ein lokales Bauunternehmen zu finden, die mit so eher „exotischen“ Materialvorgaben überhaupt bauen möchten. Und wie findest du geeignete Carpenter?
Die Base Bahay Foundation, Inc. bildet Handwerker in dieser Technik aus und vermittelt sie dann. Der ausgewählte (noch nicht vertraglich gesichert) Architekt arbeitet viel mit dieser Technik, seine Ingenieure sind auch auf sie spezialisiert und da es auf Panay schon etliche Häuser in dieser Bauweise gibt, wurde mir versichert, das dort auch die qualifizierten Fachkräfte, bzw. Firmen vermittelt werden können.
Da ja neben den Wänden teilweise auch eine Bambusdachkonstruktion (und nicht das Design einer normalen Nippahut) gebaut werden soll, habe ich die dafür geeignet Firma schon auf Negros gefunden - evtl. kann man mit ihr auch einen Komplettdeal abschliessen.
Tod und Vertrag hängen zwar oft zusammen, aber ‚Deed of Sale‘ sollte hier die korrekte Bezeichnung sein und beim rechtskräftigen finalen Dokument dann auch idealerweise oben drüber stehen, lach…
Hört sich sehr tricky an, aber auch mit vielen Fallstricken. Wir wollten früher ebenso eine philippinische Personengesellschaft (Ltd. Partnership) gründen, sind dann aber an verschiedenen Vorgaben gescheitert ist (u.a. zu hohes Mindestkapital; Mitwirkung der philippinischen Zentralbank etc.). Aber wir wollten es als nicht inländische Mit-Gesellschafter, d.h. im Ausland ansässige Gesellschafter konstruieren; insofern ist der Sachverhalt bei dir ein wenig anders.
Ich habe mal deine geplante rechtliche Konstruktion von meinem Freund „Claude“ (Version Sonnet 5) prüfen lassen mit folgenden, natürlich völlig unverbindlichem Ergebnis…
Kurzergebnis
Die Donor’s Tax ist hier nicht das Hauptproblem. Sie wird erst relevant, wenn das Darlehen umqualifiziert wird. Drei andere Punkte wiegen schwerer: die Quellensteuer-Annahme ist so nicht tragfähig, die Durchsetzbarkeit gegen die Ehefrau ist fraglich, und die Grundschuld gibt es im philippinischen Grundbuch nicht.
1. Steuerstatus des Ehemanns
Ein deutscher Staatsbürger, der dauerhaft auf den Philippinen lebt, ist vermutlich Resident Alien. Ob das zutrifft, hängt vom Aufenthalts- und Bleibewillen ab, nicht nur vom Visum. Für „resident or citizen“-Donoren wird das Vermögen weltweit erfasst (NIRC Sec. 98/104). Der Situs-Schutz aus Ihrem eigenen Fall entfällt damit. Geld auf einem philippinischen Konto hat ohnehin PH-Situs.
Deutsche Seite: Als deutscher Staatsangehöriger kann er nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 lit. b ErbStG bis zu 5 Jahre nach Wegzug erweitert unbeschränkt schenkungsteuerpflichtig bleiben.
2. Donation Tax im engeren Sinn
Aspekt
Bewertung
Echtes Darlehen
Keine Schenkung, keine Donor’s Tax
Indizien für verdeckte Schenkung
Zinslos oder fast zinslos. Rückzahlung nur aus Erträgen, die es noch nicht gibt (Ferienwohnungen „mittelfristig“). Keine realistische Vollstreckungsaussicht (siehe 3.)
Zinsloses Darlehen unter Sec. 100 NIRC („less than adequate consideration“)
Offen. Ob die BIR den Zinsvorteil als Gift ansetzt, ist eine Frage an die Kanzlei, ggf. per BIR-Ruling
Rechtsfolge bei Umqualifizierung
Zwischen Ehegatten sind Schenkungen nach Art. 87 Family Code nichtig, auch indirekte. Ob die BIR trotzdem festsetzt, ist unklar. Bei Festsetzung gelten 6 % über PHP 250.000 pro Jahr, 30-Tage-Frist, Zuschläge und 10 Jahre Verjährung bei Nichtabgabe
Güterstand
Ohne Ehevertrag gilt nach Art. 75, 80 Family Code regelmäßig Absolute Community of Property. Ein „Darlehen“ aus gemeinschaftlichen Mitteln an einen Ehegatten ist dann konstruktiv schwach. Ausnahme sind Mittel, die nach Art. 92 Family Code Sondergut sind, z. B. ererbtes Geld
3. Die eigentlichen Schwachstellen
a) Quellensteuer: die Annahme ist falsch.
Die Abtretung der Leasingrate ändert nichts an der Einbehaltungspflicht. Die Gesellschaft ist Withholding Agent. Für Mieten aus Grundstücken gilt ein Einbehalt von 5 % (RR 2-98, Sec. 2.57.2(J)), und der Einbehalt ist über das Formular 2307 zu bescheinigen und abzuführen. Die Miete bleibt Einkommen der Ehefrau als Vermieterin, auch wenn sie das Geld nie erhält. Sie versteuert dann Erträge ohne Liquidität. Beim Ehemann ist die Tilgung nicht steuerbar, Zinsen wären steuerbar. Nach meiner Erinnerung macht Sec. 34(K) NIRC die Abzugsfähigkeit der Miete bei der Gesellschaft vom ordnungsgemäßen Einbehalt abhängig. Bitte verifizieren.
b) Grundschuld.
Sie ist ein deutsches Rechtsinstrument. Für Grundstücke auf den Philippinen gilt die Lex rei sitae. Nötig wäre eine Real Estate Mortgage nach philippinischem Recht, eingetragen auf dem Titel (TCT). Ein Ausländer kann nach meinem Verständnis Mortgagee sein, darf das Grundstück aber in der Zwangsverwertung nicht erwerben (Art. XII Sec. 7 Verfassung). Auch das sollte die Kanzlei bestätigen.
c) Durchsetzbarkeit.
In Muller v. Muller (G.R. 149615, 2006) hatte ein deutscher Ehemann mit ererbtem Geld ein Grundstück im Namen seiner philippinischen Ehefrau finanziert. Der Supreme Court verweigerte die Erstattung und lehnte Trust- und Billigkeitsargumente ab. In Matthews v. Taylor (G.R. 164584, 2009) entschied das Gericht, dass das Grundstück ausschließlich der Ehefrau gehörte und die Verpachtung wirksam war. Beide Fälle betrafen kein dokumentiertes Darlehen mit Mortgage, sie sind also unterscheidbar. Bisher ist das aber ungeprüft.
d) Umgehungsrisiko.
Hypothek, abgetretene Pachtzahlungen und Mitgesellschafterstellung zusammen können den Eindruck erwecken, der Ausländer kontrolliere das Grundstück wirtschaftlich. Dazu gibt es Rechtsprechung, etwa Philippine Banking Corp. v. Lui She (1967), die ich nur aus dem Gedächtnis nenne. Sie sollte verifiziert werden.
4. Checkliste für die Kanzlei
☐ Güterstand klären: Wo wurde geheiratet, gibt es einen Ehevertrag, sind die Mittel Sondergut oder Gemeinschaftsgut?
☐ Rechtsstatus des Ehemanns klären: Resident Alien, ACR-I-Card, Aufenthaltsdauer.
☐ Zinslosen Darlehensvorteil unter Sec. 100 NIRC und die Behandlung von Ehegatten-Darlehen bei der BIR erfragen.
☐ Prüfen lassen, ob eine Real Estate Mortgage für einen ausländischen Ehegatten registrierbar und durchsetzbar ist.
☐ Einbehalt (5 % EWT), Umsatz- bzw. Percentage Tax und die Besteuerung der Ehefrau bei abgetretener Rente prüfen.
☐ Alternative Struktur prüfen: Gebäude im Eigentum des Ausländers oder einer Gesellschaft auf registrierter Langzeitpacht (Investors’ Lease Act, RA 7652, aktuellen Stand prüfen) statt Darlehen an die Ehefrau.
Quellen: NIRC Sec. 98–104, 34(K); RR 2-98 i.d.F. RR 11-2018; Family Code Art. 75, 80, 87, 92; Verfassung Art. XII Sec. 7; Muller v. Muller, G.R. 149615; Matthews v. Taylor, G.R. 164584; § 2 ErbStG.
Hinweis: Die nicht mit Zitat belegten Punkte (Sec. 34(K), Lui She, Mortgagee-Status von Ausländern) stammen aus meinem Wissensstand und sind vor einer Verwendung zu verifizieren. Eine belastbare Bewertung braucht einen philippinischen Anwalt oder CPA.