Manchmal findet man interessante Geschichten dort, wo man sie überhaupt nicht erwartet.
In diesem Fall war es eine kleine Bäckerei am Straßenrand in Barangay Maluay bei Zamboanguita, Negros Oriental. Dort arbeitet Marita und stellt täglich ihr Tortahan her – auf eine Art, die mit einer modernen Bäckerei kaum noch etwas gemeinsam hat.
Keine Maschinen, keine Backbleche, keine Temperaturkontrolle
Marita arbeitet vollständig von Hand.
Der Teig wird portioniert und die kleinen Teigstücke anschließend auf zugeschnittene Bananenblätter gelegt. Backbleche gibt es nicht.
Der Ofen ist ebenfalls etwas Besonderes. Er ist vorne und hinten offen und wird mit Kokosnussschalen beheizt. Wenn diese kräftig brennen, entsteht gleichzeitig Glut, die als Unterhitze dient. Die Temperatur lässt sich nicht einfach einstellen.
Und trotzdem weiß Marita, wann ihr Tortahan fertig ist.
Sie braucht dafür weder Thermometer noch Timer. Sie verlässt sich auf ihre Erfahrung.
Manchmal wird die Oberfläche dabei etwas dunkler.
Aber auch das gehört zum Backen mit Feuer.
Ein ganz normaler Arbeitstag
Ich wollte diesmal nicht erklären, was gerade passiert, sondern Marita einfach bei ihrer Arbeit beobachten.
Der Rauch zieht durch die kleine Hütte, das Feuer lodert, fertiges Tortahan wird aus dem Ofen genommen, halbfertige Stücke werden umgesetzt und neue Bananenblätter mit Teig eingeschoben.
Währenddessen kommen Kunden und Bekannte vorbei. Es wird gekauft, verpackt und natürlich auch ein bisschen getratscht.
Auch die Einnahmen werden ganz unkompliziert verwaltet. Auf dem Deckel des kleinen Arinola, der hier als Geldkassette dient, liegt eine 20-Peso-Münze – eine kleine Alltagsszene, die wahrscheinlich nur auffällt, wenn man genau hinsieht.
Und genau solche kleinen Details interessieren mich.
Keine Erklärung – einfach beobachten
Das fertige Video kommt deshalb bewusst ohne Sprecher und ohne erklärende Texteinblendungen aus.
Ich wollte nicht aus einer kleinen philippinischen Bäckerei eine Reportage machen, in der dem Zuschauer ständig erklärt wird, was er gerade sieht.
Stattdessen erzählen Feuer, Rauch, Hände, Bananenblätter, Brot, Kunden und die Geräusche der Umgebung die Geschichte selbst.
Vielleicht ist gerade das der interessante Teil: Für Marita ist diese Art zu backen nichts Besonderes. Es ist einfach ihre tägliche Arbeit.
Für uns ist es dagegen ein kleiner Einblick in eine Welt, die in modernen Bäckereien längst verschwunden ist.
Baking with Fire – Marita’s Traditional Tortahan
Aufgenommen in Barangay Maluay, Zamboanguita, Negros Oriental.
Ein Blick auf Maritas Arbeit
Keine große Bäckerei, keine automatisierte Produktion und kein exakt kontrollierter Backvorgang.
Nur Teig, Bananenblätter, Kokosnussschalen, Feuer – und die Erfahrung einer Frau, die weiß, wann ihr Tortahan fertig ist.
Vielleicht ist genau das Hidden Working Life.







