AI der Jobkiller auf den Philippinen

Ich habe gerade den Beitrag im Original auf BBC gesehen, ganz interessant. Hier den Link mal. Es kommt auch ein gewisser Jack Madrid zu Wort, @Sir_Pogi kennt ihn vielleicht.

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So gut wie AI in den nächsten Jahren werden wird, sehe ich gerade bei den Call-Centern weniger Arbeit. Da die Philippinen in dem Bereich sehr stark sind, kann das den Markt schon sehr verändern. In der Programmierung könnte es ähnlich laufen.

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Da muss sich aber AI noch sehr anstrengen, bisher sehe ich eher Nachteile im After Sales Service.

Ich schrieb ja auch „So gut wie AI in den nächsten Jahren werden wird“.
Die Industrie wird nicht von heute auf morgen wegbrechen. Aber auf den Philippinen sind so viele Menschen in diesem Bereich beschäftigt, dass man sich darum schon heute Gedanken machen muss.

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Es ist eine Bedrohung der Industrie wie sie derzeit existiert, aber es wird auch nicht alles so heiss gegessen wie es gekocht wird.

Zum einen können Routine-Aufgaben schon lange automatisiert werden, das war aber bisher recht kompliziert und ist jetzt teils super einfach geworden. Die Qualität der Ergebnisse hat sich auch massiv verbessert.

Jo, gibt immer wieder Anfragen von Firmen, die ihr Technik-Department aufgegeben haben weil „AI kann das ja“. Stellt sich raus… prinzipiell ja, aber halt ziemlich unvollständig und recht bescheiden wenn man nicht weiss was man tut.

Und die Leute die wissen was sie tun sind meist erfahrene Programmierer.

Und in den Call Centern, da regiert das Geld. Und da ist AI oft noch zu teuer im Vergleich zu „was es kann“, im Vergleich zu echten Leuten. Ich kenne ein Startup, die haben das bei einem Transportunternehmen ausgerollt – Reduktion um fast 75%. Aber das ist auch ein Spezialfall, und die operieren am Rande der Marge. Für den Normalfall sind die Cold-Boot-Zeiten noch zu lang, und die Antwortzeiten ebenfalls. Das wird sich aber schnell ändern. (Manche Anbieter spielen Tippgeräusche ab, während der Bot „denkt“ - damit es nicht so frustrierend ist wenn ein paar Sekunden nix gesagt wird)

Es ist eben nicht das Allheilmittel, als das es gehyped wird. Zumindest nicht so, wie es gehyped wird. Richtig eingesetzt, kann man aber durchaus produktiver arbeiten oder „Arbeit auslagern“.

Man muss sich auch vor Augen führen, dass die grossen Firmen (OpenAI, Anthropic) nicht kostendeckend arbeiten. Wer gegen die echten Kosten arbeitet („API-Token-Billing“) lässt das nach der ersten Rechnung ganz schnell sein, das ist nicht lukrativ.

Die Chinesen holen da grad massiv auf mit schlanken und performanten Modellen, die weniger Hardware brauchen, das wird alles noch sehr sehr spannend.

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Ein Mandant von mir betreibt ein Call-Center. Da wird LLM schon länger sehr erfolgreich eingesetzt. Die machen weltweit technischen Support in zig Sprachen und können damit Lücken füllen (nicht genügend Muttersprachler in manchen Sprachen) und Spitzen in manchen Sprachen werden heute viel leichter abgebaut. Insgesamt läuft der Service deutlich flüssiger, mit ca. 60-70% der vorherigen Besetzung.

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Auf den Philippinen? Denn in „Hochlohnländern“ lohnt sich das viel eher. Ich arbeite unter anderem für eine Firma, die sowas anbieten und das funktioniert ganz gut, weil die nicht so einen Margendruck haben wie die BPOs hierzulande (und demzufolge mehr für Infra und Compute ausgeben können)

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Nein, in Deutschland.